BMW bereitet die Fabrik in Leipzig auf die Produktion der Neue Klasse vor.

BMW nutzte eine fünfeinhalb Wochen dauernde Produktionspause in seinem Werk in Leipzig, um vor der Produktion der Neue Klasse umfassende Modernisierungen durchzuführen. Zu diesem Zweck wurden 240 Hebeplattformen ausgetauscht und 160 neue Roboter installiert. BMW hat noch nicht verraten, welche Modelle dort produziert werden sollen.
Bereits im Juni kündigte BMW Pläne an, sein Werk in Leipzig während einer verlängerten Sommerpause auf die Produktion der Neue Klasse vorzubereiten. Die Umstellung ist nun größtenteils abgeschlossen, wodurch erstmals das volle Ausmaß der Arbeiten sichtbar wird. Laut der Leipziger Volkszeitung arbeiteten während dieser fünfeinhalb Wochen mehr als 2.000 Auftragnehmer auf dem 241 Hektar großen Gelände. Die Fahrzeugproduktion wurde in dieser Zeit vollständig eingestellt.
Die bedeutendsten Änderungen fanden im Montagebereich statt, wo BMW 240 hydraulische Hebeplattformen durch neue ersetzte, um die Unterböden zukünftiger Fahrzeuge zu bearbeiten. Drehbare Aufhängungen sowie elektrische Oberleitungstransportbänder wurden ebenfalls erneuert oder ihre Aufhängungen verstärkt, insbesondere um das erhöhte Gewicht der Unterböden der Neue Klasse-Modelle zu tragen – diese integrieren schließlich die Hochvoltbatterie sowie den Elektroantrieb. Insgesamt wurden etwa 1.500 Tonnen Stahl aus den Produktionsanlagen entfernt und durch neue Konstruktionen ersetzt. Um zu prüfen, ob die Transportsysteme die schwereren Fahrzeuge bewältigen konnten, lud BMW bestehende Fahrzeuge mit Sandsäcken und transportierte sie durch die Systeme.
Auch in der Karosseriewerkstatt wurden umfangreiche Arbeiten durchgeführt, wo BMW 160 neue Roboter installierte und programmierte. Laut LVZ stehen die außer Dienst gestellten Maschinen derzeit in einem Saal, den die Mitarbeiter „Terrakotta-Armee“ nennen. Sobald sie entfernt wurden, soll der Raum zur Herstellung neuer Türen und Klappen genutzt werden. Ein angrenzender ehemaliger Lagerhallenkomplex wird ebenfalls für die Produktion von Karosserien der Neue Klasse vorbereitet.
Zusätzlich führte BMW Anpassungen in der Lackiererei durch und erweiterte deren Einrichtungen, um den robusteren Stahlunterboden der neuen Fahrzeuge aufzunehmen – sowie ältere Technologien zu ersetzen.
Eine Investition von fast zwei Milliarden Euro
Insgesamt hat BMW in diese neuesten Modernisierungen eine dreistellige Millionensumme investiert. Laut eigenen Angaben hat der Automobilhersteller in den letzten fünf Jahren fast zwei Milliarden Euro in dieses Werk gesteckt.
Allerdings hat BMW noch nicht verraten, welche Modelle der Neuen Klasse in Leipzig produziert werden sollen. Der neue BMW i3 ging Anfang dieses Monats in der Zentrale in München in die Produktion; derzeit stellt das Werk in Leipzig den BMW 1er Serie, den 2er Series Gran Coupé, den 2er Series Active Tourer sowie den Mini Countryman her – einschließlich der elektrischen Version.
Die Produktion von EVs der Neuen Klasse würde einen Rückkehr zu einer vertrauten Rolle für Leipzig bedeuten. Von 2013 bis 2022 stellte das Werk dort den ehemaligen i3 her, das erste serienmäßig produzierte batterieelektrische Modell der BMW Group. Ende letzten Jahres forderte der Vorsitzende des Betriebsrats, Jens Köhler, dass Leipzig eine größere Rolle bei der zukünftigen EV-Produktion übernehmen solle. Es bleibt unklar, welches Modell letztendlich diese Rolle übernehmen wird, aber BMW hat inzwischen die notwendige technische Infrastruktur bereitgestellt.