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Infrastruktur

Bilger plant weitere Ladepunkte an der Autobahn

Bilger plant weitere Ladepunkte an der Autobahn

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) will entlang Deutschlands Autobahnen weitere Lademöglichkeiten für E-Autos schaffen. Konkret sollen an den unbewirtschafteten Rastanlagen zusätzlich zum im Rollout befindlichen Deutschlandnetz weitere Schnellladepunkte errichtet werden. Eine Ausschreibung ist für Frühjahr 2027 geplant.

Steffen Bilger bei der Einweihung eines Deutschlandnetz-Ladeparks

Bild: E.ON

Erst Ende September hatte Verkehrsminister Bilger den 100. von insgesamt 200 geplanten Deutschlandnetz-Ladeparks auf unbewirtschafteten Rastplätzen eröffnet.Er befindet sich auf der Autobahn 81 an der PWC-Anlage Räthisgraben in Fahrtrichtung Stuttgart und wird von E.ON betrieben. Eigentlich sollte das Deutschlandnetz, das zudem auch Tausende Ladepunkte jenseits der Autobahnen umfasst, bis Ende 2026 vollständig ausgebaut sein. Doch bereits vergangenes Jahr zeichnete sich u.a. wegen Problemen bei der Bereitstellung von Mittelspannungsanschlüssen ab, dass das Deutschlandnetz erst 2027 oder sogar 2028 komplett sein wird.

Doch angesichts des immer schnelleren Hochlaufs der Elektromobilität – zuletzt war mehr als jede dritte Pkw-Neuzulassung ein E-Auto – will die Bundesregierung die Ladeinfrastruktur an den Autobahnen nun weiter ausbauen. Auf Initiative von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger wollen das Bundesministerium für Verkehr (BMV) und die Autobahn GmbH des Bundes daher weitere Flächen für zusätzliche Pkw-Lademöglichkeiten entlang der Autobahn freigeben. Damit soll der Ausbau der Ladeinfrastruktur gezielt vorangetrieben werden. Private Investoren sollen dadurch die Gelegenheit zum Aufbau von Schnellladesäulen für E-Autos an unbewirtschafteten Rastanlagen erhalten, im Volksmund auch PWC-Anlagen genannt.

Vergabe an Investoren geplant

Steffen Bilger sagt: „Mit der Freigabe weiterer Flächen für Pkw-Ladesäulen an unbewirtschafteten Rastanlagen schaffen wir zusätzliche schnelle Lademöglichkeiten direkt an der Autobahn. Das spart E-Auto-Fahrern Zeit und Umwege. Wir werden das Vergabeverfahren für Investoren so einfach wie möglich gestalten und zugleich eine angemessene Qualität und transparente Preise für die Nutzer sicherstellen. Privates Kapital ist ein wichtiger Baustein für ein leistungsfähiges und modernes Verkehrsnetz. Es hilft dabei Projekte schneller umzusetzen und hier ganz konkret den Ausbau der Ladeinfrastruktur an unseren Autobahnen zügig voranzubringen.“

Offenbar sollen die Ladepunkte anders als beim Deutschlandnetz nicht im Auftrag und mit finanzieller Milliarden-Unterstützung des Bundes gebaut und betrieben werden. Vielmehr sprechen Bilger und sein Ministerium wie erwähnt von „Investoren“ mit „privatem Kapital“ – und diese sollen im Rahmen der geplanten Ausschreibung „selbst über den Umfang und Ausstattung der Ladeinfrastruktur in einem wettbewerblichen Verfahren“ entscheiden. Auch wenn das BMV aktuell die Zahl der Standorte und angepeilten neuen Ladepunkte nicht nennt, so geht es von Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe aus.

Autobahn GmbH plant Marktkonsultation in Kürze

Die Autobahn GmbH startet in Kürze eine Marktkonsultation zu den Eckpunkten des Vorhabens. Dabei dürfte es um Fragen gehen wie etwa darum, welche Standorte interessant sind oder unter welchen Bedingungen Unternehmen bereit sind, auf eigene Rechnung Schnellladesäulen an der Autobahn zu errichten und zu betreiben. Der Beginn der Ausschreibung ist für Frühjahr 2027 geplant. Der weitere Zeitplan zur Vergabe selbst, der Planungs- und Bauphase ist noch unbekannt.

Was in Deutschland allerdings noch nahezu komplett fehlt, sind Ladeparks auf den bewirtschafteten Rastanlagen, also denen mit Tankstelle und Raststätte. Hintergrund ist ein mehrjähriger Rechtsstreit zwischen dem Ladeanbieter Fastned und der Autobahn GmbH. Dieser wurde aber im März beigelegt mit dem Ergebnis, dass der Bau und Betrieb von Ladesäulen an Autobahn-Raststätten ausgeschrieben werden muss. Seitdem warten Deutschlands CPOs auf den Beginn der entsprechenden Ausschreibung, dabei geht es um Ladeinfrastruktur an ca. 360 Standorten. Zwischenzeitlich florieren Ladeparks auf privaten Autohöfen in der Nähe von Autobahnabfahrten, die sich als gute Alternative etabliert haben. Angekündigt wurde zudem vor Kurzem eine Ausschreibung von 124 Lkw-Ladeparks an Autobahnraststätten, die im November beginnen soll.