ADAC-Studie: Kleine Verbrennungsfahrzeuge werden teurer, Elektrofahrzeuge nehmen zu. Überflüssige Ausstattung treibt die Preise künstlich in die Höhe!

Die Preise für Stadtautos in Deutschland steigen schneller, als Fahrer erwartet hatten, und der Segment, das ursprünglich der günstigste Weg zur Mobilität sein sollte, wird immer häufiger zu einem Luxusgut. Eine aktuelle Analyse des ADAC zeigt, dass Verbrennungsmotormodelle teurer werden, während die „Elektroautos“ billiger werden. Unabhängig von der Antriebsart sind Stadtautos jedoch weiterhin zu teuer. Der Automobilclub appelliert an die Hersteller, das Segment der Kleinwagen nicht aufzugeben und überflüssige Ausstattungen einzuschränken, die die Preise künstlich in die Höhe treiben.
Kurz gesagt:
Kleinwagen mit Verbrennungsmotor sind in Deutschland teuer. Im Durchschnitt kostet ein solches Auto 24.000 Euro.
Das ist ein Anstieg um 80 Prozent im Vergleich zu den Preisen vor einem Jahrzehnt.
Modelle mit herkömmlichen Antrieben nehmen ab. Auf dem deutschen Markt gibt es heute nur noch 46 solcher Fahrzeuge.
Im Elektrosegment ist die Entwicklung umgekehrt.
Egal welche Antriebsart – es ist trotzdem zu teuer.
Überflüssige Ausstattungen treiben die Preise künstlich in die Höhe – betont der ADAC.
Der Segment der kleinen Stadtautos unter der Lupe des ADAC
Der Markt für kleine Autos in Europa durchläuft derzeit eine der größten Veränderungen seit Jahrzehnten. Der Segment, der jahrelang als preiswertester galt, entzieht sich zunehmend der Definition eines „günstigen Einstiegsautos“. Eine aktuelle Analyse des ADAC zeigt, dass die Preise neuer Modelle in Deutschland schneller steigen, als Fahrer sie akzeptieren können. Der Automobilverband ist unmissverständlich: „Kleine Autos sind nicht mehr automatisch preiswerte Modelle für Anfänger.“
Laut ADAC beträgt der Durchschnittspreis für ein neues Benzin-Auto für die Stadt heute fast 24.000 Euro, was etwas über 100.000 Złoty entspricht. Das ist ein Anstieg von fast 80 Prozent im Vergleich zur Situation vor einem Jahrzehnt. Zudem verschwinden in diesem Segment Diesel- und andere Verbrennungsmotoren vom Markt, und die Anzahl der verfügbaren Modelle ist auf nur noch 46 gesunken – den niedrigsten Stand in der Geschichte.
BEVs nehmen zu, aber diese Preise
Paradoxerweise zeigt sich im elektrischen Marktsegment eine entgegengesetzte Entwicklung. Der ADAC weist darauf hin, dass der Durchschnittspreis für städtische Elektroautos in Deutschland im Vergleich zu 2024 um mehr als 9 Prozent gefallen ist und heute unter 30.000 Euro liegt. Gleichzeitig wächst das Angebot – der ADAC-Katalog umfasst bereits fast 40 Modelle. Dennoch bleibt der Verband kritisch: „Trotz allem sind städtische Elektroautos nach Ansicht des Verbands weiterhin zu teuer.“ Vor zehn Jahren kostete ein neues Elektroauto etwa 5.000 Euro weniger (ca. 20.000 Złoty), und die Auswahl beschränkte sich auf knapp zehn Modelle.

Wenn man alle Arten von Antrieben betrachtet, stellt der ADAC fest, dass die Preise für Kleinwagen auf hohem Niveau bleiben und sogar leicht steigen. Zwar hat sich das Angebot verbessert, da Fahrer heute aus über 80 Modellen wählen können – was zuletzt im Jahr 2017 der Fall war – doch der Durchschnittspreis ist in dieser Zeit um mehr als 10.000 Euro gestiegen (knapp 40.000 Złoty). Dieser Preisbereich wird für viele Kunden zu einer unüberwindbaren Hürde. Deshalb appelliert der ADAC an die Hersteller, den Kleinwagensegment nicht aufzugeben und überflüssige Ausstattungen einzuschränken, die die Preise künstlich in die Höhe treiben.
Polnischer Markt: „Elektroautos“ sind weiterhin teuer, aber es gibt Auswahl
Verglichen mit den deutschen Daten wirkt der polnische Elektrofahrzeugmarkt interessant. Laut dem „Elektromobilitäts-Counter“ fahren bereits fast 160.000 Elektroautos auf unseren Straßen (Stand heute). Das ist ein Anstieg, den man kaum übersehen kann, liegt aber immer noch weit unter der Größenordnung der westlichen Märkte. Es gibt zwei Gründe dafür: die begrenzte Ladeinfrastruktur sowie die Preise – selbst die einfachsten Batteriefahrzeuge sind teurer als ihre Verbrennungsmotor-Äquivalente.
Trotzdem ist das Angebot an den günstigsten Modellen im Jahr 2026 größer als je zuvor. Wichtig ist, dass es sich um Fahrzeuge handelt, die unter 120.000 Złoty kosten.
Am teuersten in der Übersicht ist der Citroën e‑C3 Aircross (ca. 120.000 zł), der mit Batterien von 44 oder 54,2 kWh sowie einer Reichweite von bis zu 400 km erhältlich ist. Unmittelbar dahinter folgt der Leapmotor B05 (ab ca. 1.100.000 zł), der sogar eine Reichweite von 482 km bietet und mit Ausstattungskomponenten höherer Klasse ausgestattet ist – wie 360°-Kameras, einem großen 14,6“-Display oder einem adaptiven Tempomaten.

Der Hyundai Ioniq (ab ca. 105.000 zł) ist ein eher europäisch geprägtes Modell mit zwei Motorvarianten und einer Reichweite von bis zu 370 km. Zum ähnlichen Preis finden wir den Fiat 500e sowie den Fiat Grande Panda E – beide kosten 107.000 zł, haben einen städtischen Charakter und eine Reichweite von jeweils 190 km bzw. 320 km.
Ab 100.000 Złoty beginnt der eigentliche Kampf um den Kunden. Der Dongfeng Box (99.900 Złoty) verfügt über Ausstattungen, die selbst ein Kompaktwagen nicht zu schande machen würden – ein belüfteter Fahrersitz, adaptierende Scheinwerfer sowie 360°-Kameras. Der BYD Dolphin Surf (97.700 Złoty) setzt auf Einfachheit, bietet aber dennoch eine Reichweite von 288 km.

In der Spitzengruppe der günstigsten Modelle finden wir den Citroën e‑C3 (ab 89.500 PLN), den Leapmotor T03 (ab 84.900 PLN) sowie den Spitzenreiter der Rangliste – den Dacia Spring (ab 73.500 PLN). Dieses letzte Modell bietet nach der Modernisierung im Jahr 2024 zwei Leistungsvarianten (70 und 102 PS) sowie eine Reichweite von bis zu 225 km. Es handelt sich weiterhin um ein einfaches Auto, doch für viele Fahrer ist es der einzige realistische Weg zur Elektromobilität. Natürlich können Kunden in den Verkaufsräumen auf Rabatte und Sonderangebote hoffen, wodurch die genannten Preise auch etwas niedriger sein könnten.

Sind kleine Autos die beliebteste Wahl?
Sowohl die ADAC-Daten als auch der polnische Markt zeigen, dass das Segment der Kleinwagen heute an einer Weggabelung steht. Einerseits treiben die steigenden Preise der Verbrennungsmotormodelle die Kunden in Richtung „Elektroautos“. Andererseits sind diese „Elektroautos“ noch nicht billig genug, um zur Massenwahl zu werden. Denn Fahrer suchen nach Autos gemäß dem Motto „günstigere und zugänglichere Mobilität“. Und genau das sollten Kleinwagen bieten.
Oskar Włostowski