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Mit seinem Konzeptfahrzeug Vision GT macht Xiaomi auf der IFA in Berlin von sich reden.

Mit seinem Konzeptfahrzeug Vision GT macht Xiaomi auf der IFA in Berlin von sich reden.

Zum ersten Mal in voller Präsenz auf der großen Berliner Elektronikmesse präsentierte Xiaomi dort sein virtuelles Hyperauto Vision Gran Turismo. Es handelt sich um eine spektakuläre Technologiedemonstration, die etwas den eigentlichen Schwerpunkt in den Hintergrund drängte: die Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrags mit acht ersten Vertriebspartnern in Deutschland am 3. September.

Es gibt Autos, die man verkauft, und solche, die man zeigt. Auf der IFA in Berlin, die vom 4. bis 8. September stattfindet, entschied sich Xiaomi dafür, beides miteinander zu verbinden, indem es neben dem Xiaomi SU7 sein Konzept Vision Gran Turismo vorstellte – ein erstaunliches elektrisches Hyperauto mit Schmetterlingstüren.

Ein 1.900-PS-Hyperauto, das nur… virtuell gefahren werden kann

Sofort zur Klarstellung: Der Vision GT ist kein Serienmodell und wird es niemals sein. Es handelt sich um ein Stilprojekt im Rahmen des Vision Gran Turismo-Programms. Dieses von dem Studio Polyphony Digital im Jahr 2013 ins Leben gerufene Projekt lädt Automobilhersteller ein, sich ein Fahrzeug vorzustellen, das frei von allen industriellen oder regulatorischen Beschränkungen ist. Das Ergebnis kommt anschließend in die virtuelle Garage des Spiels Gran Turismo 7 für PlayStation.

Auf dem Papier ist die technische Ausstattung atemberaubend: Karosserie aus Kohlenstofffaser, 900-Volt-Architektur, angegebene Leistung von bis zu 1.900 PS, Karbon-Keramik-Bremsen sowie eine ausgefeilte Aerodynamik mit einem Widerstandsbeiwert von 0,29.

Xiaomi ist die 36. Marke, die sich diesem Programm anschließt – und die erste chinesische Marke neben Mercedes-Benz, Porsche, Ferrari oder BMW. Für eine Marke, die ihr erstes Auto erst im März 2024 ausgeliefert hat, verleiht die Zugehörigkeit zu diesem exklusiven Club eine gewisse Glaubwürdigkeit.

Barcelona, Peking, Berlin: Die Tour eines Konzepts

Die Xiaomi Vision GT ist übrigens nicht das erste Mal zu sehen. Sie wurde am 28. Februar letzten Jahres in Barcelona im Rahmen des Mobile World Congress vorgestellt, bevor sie Ende April auf der Automobilausstellung in Peking ihr chinesisches Debüt feierte – nun folgt die Präsentation auf der IFA in Berlin.

Hinter der Show: Acht deutsche Vertriebsgruppen schließen mit Xiaomi ab

Die Präsentation des Konzepts erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Xiaomi weitere Details zum Markteintritt seiner Elektroautos in Europa bekannt gegeben hat. Im Rahmen der Messe unterzeichnete der Hersteller außerdem Abkommen mit acht deutschen Automobilvertriebsgruppen: Emil Frey Germany, Ernst Dello, Autohaus Dinnebier, Fett & Wirtz, Hahn Automobile, LUEG Mobility, Penske-Jacobs Innovation und SPT Avior.

Das ist eine echte Machtdemonstration. Schließlich handelt es sich nicht um junge Unternehmen aus der Technologiebranche, sondern um etablierte Firmen auf dem deutschen Markt, die bereits Erfahrung im Vertrieb von Premium-Marken haben. Mit anderen Worten: Xiaomi beabsichtigt nicht, das 100-prozentig direkte Vertriebsmodell von Tesla nachzuvollziehen. Stattdessen wird es auf das traditionelle Netzwerk mit Vertragshändlern und dem dazugehörigen After-Sales-Service setzen.

Wichtige Präzisierung: Diese Vereinbarungen bleiben lediglich Absichtserklärungen und keine endgültigen Franchiseverträge. Hinter den Ankündigungen muss daher genau beobachtet werden, was tatsächlich geschieht. Denn bislang wurden weder die Anzahl der Verkaufsstellen noch die jeweiligen Gebiete sowie die betroffenen Modelle konkret festgelegt. Xiaomi gibt außerdem an, dieses Partnerschaftsmodell auf weitere europäische Märkte ausweiten zu wollen, wobei das Zieljahr 2027 genannt wird. Für Frankreich ist bislang nichts bestätigt, doch bekannt ist, dass das Unternehmen Emil Frey dort mit dem Import der Marken Mitsubishi und Subaru präsent ist. Auch die Preise sowie das ausgewählte Modellprogramm sind noch nicht bekannt – die Präsenz der Xiaomi SU7 und SU7 Ultra in Berlin ist jedoch ein Indikator. Der SUV Xiaomi YU7 verfügt zudem über klare Vorteile auf einem europäischen Markt, der stark auf dieses Fahrzeugtyp ist.

Zu guter Letzt bleiben noch die Themen, über die in Berlin niemand spricht, die jedoch den tatsächlichen Zeitplan für die Ankunft in Europa bestimmen werden: die europäische Homologation der Modelle, die Logistik der Ersatzteile sowie die Ausbildung der Vertriebsnetze. Es handelt sich dabei um Aufgaben, die nicht an einem Messestand gelöst werden können…

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Die IFA rückt der Automobilwelt näher

Die Präsenz von Xiaomi in Berlin sagt auch etwas über die Messe selbst aus. Historisch gesehen war die IFA auf Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte ausgerichtet – das berühmte „Weiße“ im Jargon – und hatte bislang kaum Erfahrung damit, Automobilhersteller zu empfangen. Diese Ausgabe markiert einen Wandel: Der Bereich Mobility ist in den CityCube umgezogen, es wurde eine 200 Meter lange Teststrecke eingerichtet, und vor allem präsentiert Volkswagen zum ersten Mal in seiner Geschichte auf dem Messegelände ein Fahrzeug, genauer gesagt einen Volkswagen ID. Polo, der in eine mobile 3D-Druckwerkstatt umgewandelt wurde. Auch das chinesische Unternehmen XPENG ist mit dem neuen Xpeng L03 dabei.

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Dieses Szenario erinnert stark an das der CES in Las Vegas, die im Laufe der 2010er Jahre zu einer eigenständigen Automobilausstellung wurde, die sogar mit anderen Branchenmessen konkurriert. In Berlin scheint der Mechanismus bereits in Gang zu sein. Zudem spielt das Kalenderjahr in diesem Jahr in die Hände der IFA: Da die IAA Mobility in München alle zwei Jahre stattfindet, abwechselnd mit der Automobilausstellung in Paris, gibt es im Jahr 2026 keine große deutsche Automobilausstellung. Die nächste findet vom 7. bis 12. September 2027 statt – genau im Jahr, in dem Xiaomi seinen europäischen Markt eröffnen soll…

Fotoquelle: Xiaomi, D. Nogueira