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Politik

Automatisiert durch die Stadt: Mercedes rollt neues Assistenzsystem aus

Automatisiert durch die Stadt: Mercedes rollt neues Assistenzsystem aus

Mercedes-Benz führt sein System MB.Drive Assist Pro nun auch in Deutschland ein. Damit ist Mercedes der erste Autobauer, der ein erweitertes urbanes teilautomatisiertes Fahren auf SAE-Level 2 neben China und USA auch in Deutschland ermöglicht. Kunden mit geeigneten Modellen sollen die Funktion einen Monat lang kostenlos testen.

Bild: Mercedes-Benz

Anfang 2026 hat Mercedes-Benz das System MB.Drive Assist Pro auf der CES in Las Vegas vorgestellt und es soll in Kürze in den USA starten.Nun hat der Hersteller das sogenannte erweiterte urbane teilautomatisierte Fahren auf SAE-Level 2 auch für Deutschland angekündigt und erweitert damit erheblich die Assistenzfunktionen, die bereits auf der Autobahn zum Einsatz kommen.

Konkret soll der MB.Drive Assist Pro beim Fahren im Stadtverkehr von Tür zu Tür unterstützen, also auch beim Einfädeln, Spurwechseln, Abbiegen oder Bremsen sowie Anfahren an der Ampel. Die Überwachungspflicht und Fahrzeugverantwortung verbleiben durchgehend beim Fahrer. Es handelt sich dabei also um eine Ausbaustufe des automatisierten Fahrens auf Level 2, wie es bereits seit einigen Jahren in Deutschland möglich ist.

Bestandskunden können die neuen Funktionen, sofern ihr Fahrzeug die nötige technische Vorbereitung besitzt, künftig durch ein Over-the-Air-Update erwerben. Zu welchem Preis Mercedes die Freischaltung des MB.Drive Assist Pro anbieten wird, ist noch nicht bekannt. In den USA hat der Hersteller ein Abo-Modell zu einem Preis von 3.950 US-Dollar (ca. 3.520 Euro) für drei Jahre angekündigt. In Deutschland sollen Kunden einen kostenlosen Probemonat erhalten, um das System testen zu können.

Erster Einsatz des MB.Drive Assist Pro ab Ende 2026

Bereits ab Ende 2026 sollen ausgewählte Kunden mit passenden Modellen von den neuen Funktionen profitieren, denn Mercedes plant einen Vorabstart des Systems in Stuttgart und München. Die ausgewählten Personen werden laut Mercedes gesondert benachrichtigt und erhalten das Update auf ihr entsprechendes Fahrzeug. Durch diese ersten Kundenerfahrungen möchte der Autobauer neue Erkenntnisse in die kontinuierliche Verbesserung des Systems einfließen lassen.

Die Zulassung des Systems in Deutschland wird durch die Regulatorien der UNECE-Arbeitsgruppe für automatisierte/autonome und vernetzte Fahrzeuge ermöglicht. Die neue Verordnung UN R171 legt die entsprechenden Bestimmungen und Sicherheitsvorschriften fest, nach denen sich Fahrzeuge mit Fahrerassistenzsystemen richten müssen. Mercedes-Benz kann diesen Rahmen für die künftige EU-weite Einführung des MB.Drive Assist Pro ohne weitere Einzelgenehmigungen nutzen. Dabei befinden sich die Stuttgarter in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Tesla, denn auch dort ist man bemüht, ein System zum automatisierten Fahren von Tür zu Tür auf den deutschen Markt zu bringen.

Die Hardware des urbanen Level-2-Systems umfasst 27 Sensoren (zehn Kameras, fünf Radar-, zwölf Ultraschallsensoren) und einen Rechner mit bis zu 254 TOPs (Trillion Operations Per Second = Billionen Rechenoperationen pro Sekunde). Die Software-Architektur bündelt das Betriebssystem MB.OS mit NVIDIA Hyperion, dem Halos-Sicherheitssystem und der Alpamayo-Software.