Elektroautos sind billiger geworden als Hybridfahrzeuge. China überholt Japan in diesem Bereich.

Der durchschnittliche globale Preis für ein batteriebetriebenes Elektroauto sank im Jahr 2025 auf etwa 37.000 US-Dollar, was unter dem Durchschnittspreis von Hybriden von 39.000 US-Dollar liegt. Das geht aus Daten von Mobility Global hervor, die von Nikkei Asia zitiert wurden, und für den Markt ist dies ein eher symbolischer Moment: Der Argument „EVs sind einfach zu teuer“ wirkt nicht mehr so gut wie noch vor einigen Jahren.
Zwischen 2020 und 2025 sank der Durchschnittspreis von BEVs um etwa 9 Prozent, während Hybriden um 16 Prozent teurer wurden. Dadurch wird die Situation umgekehrt, an die sich viele Hersteller und Kunden bereits gewöhnt hatten. Noch vor Kurzem galt die Hybridversion als „vernünftige Alternative“, während das Elektroauto ein teures Spielzeug für frühe Adopter war. Heute ist es oft umgekehrt, zumindest in den durchschnittlichen globalen Daten.
Batterien werden billiger und übernehmen die ganze Arbeit
Es gibt hier kein großes Geheimnis. In einem Elektroauto macht die Batterie in der Regel 30-40 Prozent der Gesamtkosten des Fahrzeugs aus. Wenn die Batterie billiger wird, wird auch das Auto billiger. Die Preise für Pakete für Personenkraftwagen stiegen zwischen 2020 und 2025 um 37 Prozent.
Dabei spielt die chinesische Lieferkette die größte Rolle. China ist bereits für etwa 80 Prozent des weltweiten Lithiumbatteriemarktes verantwortlich und steigert seit einigen Jahren die Produktionskapazitäten so stark, dass die Preise einfach fallen mussten. Es handelt sich dabei nicht mehr nur um einen Kostenvorteil – es ist ein industrieller Vorteil.
Der zweite Baustein des Puzzles ist LFP. Lithium-Eisen-Phosphat-Zellen sind günstiger als herkömmliche dreiteilige Batterien und benötigen keine teuren Rohstoffe wie Kobalt. Noch vor Kurzem betrachtete Europa sie etwas herablassend, weil sie eine geringere Energiedichte aufwiesen. Jetzt setzen Renault und Volkswagen LFP immer mutiger in ihren Modellen ein. Der Grund ist einfach: Eine Tabelle in Excel hat begonnen, Vorurteile zu überwinden.
Chinesische Elektrofahrzeuge drücken auf die Konkurrenz
Doch das ist noch nicht alles, denn der Preisverfall rührt nicht nur von günstigeren Komponenten her. Hinzu kommt die aggressive Expansion chinesischer Hersteller. Im Jahr 2025 exportierten China 1,64 Millionen Elektrofahrzeuge. Im Jahr 2020 waren es weniger als 100.000. Das bedeutet einen Anstieg von mehr als 16-fach in fünf Jahren.
Das trifft insbesondere Japan, das über Jahre hinweg einen Vorsprung durch Hybride aufgebaut hat. Wenn BEV bereits im Durchschnitt günstiger sind als HEV, wird die japanische Argumentation vom „Übergangsstadium“ immer weniger überzeugend. Eine Hybridanlage macht für viele Kunden weiterhin Sinn, das ist klar. Allerdings ist sie nicht mehr die offensichtliche Antwort auf die Frage nach dem Preis.
Ein gutes Beispiel ist Japan und der neue BYD Racco, ein elektrisches Kei-Car. Das Modell sammelte innerhalb von zwei Wochen über 1.000 Bestellungen, und das Unternehmen strebt bis Ende 2026 auf 10.000 Bestellungen ab. Für einen Markt, der stark an lokale Marken gebunden ist, ist das bereits keine Besonderheit mehr.
Toyota und Nissan erkennen bereits, aus welcher Richtung der Wind weht
Toyota gibt seine „Multi-Pathway“-Strategie nicht auf, also gleichzeitig mit Hybriden, Verbrennungsmotoren und Elektrofahrzeugen zu arbeiten. Das Problem ist, dass der Markt prüfen könnte, welche dieser Wege tatsächlich zu einem vernünftigen Endpreis führen.
Nissan wiederum versucht, die chinesischen Produktionskapazitäten zu nutzen. Der Plan sieht vor, Elektroautos, die in China hergestellt werden, auf andere Märkte zu exportieren und eine Jahresproduktion von 300.000 Fahrzeugen zu erreichen. Das erste Modell in diesem Vorstoß soll der elektrische Sedan Nissan N7 sein, der im April in China vorgestellt wurde.
Die Internationale Energieagentur geht davon aus, dass BEV- und PHEV-Fahrzeuge im Jahr 2026 etwa 30 Prozent des weltweiten Neuwagenverkaufs ausmachen werden. Wenn die Batteriepreise weiter sinken, könnte der Preisvorteil der elektrifizierten Fahrzeuge noch zunehmen. Dann wird für einige Hersteller das größte Problem nicht die Technologie sein, sondern die Tatsache, dass sie den Kunden zu lange eingeredet haben, es sei noch nicht an der Zeit.
Meinen Sie, Hybride werden sich als „sichere Wahl“ durchsetzen, oder wird der Markt bei solchen Preisen schneller direkt auf BEV-Fahrzeuge umsteigen?
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