Auswertung: Welche Haushalte die E-Auto-Förderung bekommen

Das BAFA schafft Transparenz und veröffentlicht ab sofort eine monatliche Statistik zur E-Auto-Förderung mit Eckpunkten zu den Antragstellern und den geförderten Modellen. Dabei zeigt sich u.a., dass die Förderung überwiegend Haushalte mit eher geringem Einkommen unterstützt. Und: Tesla bleibt mit Abstand die beliebteste Einzelmarke.
Der neue BAFA-Bericht weist zum Stichtag 1. August 2026 unter anderem die Zahl der Bewilligungen und die Höhe der ausgezahlten Fördermittel aus. Darüber hinaus enthält er Aufschlüsselungen nach Antriebs- und Finanzierungsart, Einkommen und Haushalten mit Kindern sowie nach Herstellern, Marken und Modellen. Mit der Statistik sorgt das BAFA für Transparenz, nachdem vor einigen Wochen Gerüchte im Umlauf waren, dass die deutschen Zuschüsse vor allem chinesischen Marken zugutekämen.
Die Statistik enthält dabei Informationen zu schon bewilligten Anträgen. Davon gab es zum Stichtag 1. August exakt 26.875 Stück. Die Anzahl der gestellten Anträge beträgt locker das Vierfache: Wie vergangene Woche berichtet, wurde jüngst die Marke von 100.000 Förderanträgen überschritten. Das BAFA hat also auf absehbare Zeit bei der Abarbeitung der Anträge jede Menge zu tun.
An die Antragsteller mit bewilligter Förderung wurden laut BAFA zum Stichtag 1. August insgesamt 117 Millionen Euro ausgeschüttet. Was die Antriebsarten angeht, bezogen sich 92 Prozent der Anträge auf reine Elektroautos und nur 8 Prozent auf Plug-in-Hybride. Auf die Erwerbsarten Kauf und Leasing verteilen sich die Anträge ziemlich genau hälftig.
Auch der typische Antragsteller wird durch die BAFA-Statistik umrissen: So entfällt rund die Hälfte aller bisherigen, bewilligten Anträge auf die niedrigste Einkommensstufe (zu versteuerndes Haushalt-Jahreseinkommen bis 45.000 Euro). Hintergrund ist, dass die Zuschüsse nach Einkommen und auch nach Anzahl der minderjährigen Kinder im Haushalt gestaffelt sind. Die zwei nachfolgenden Einkommensstufen vereinen nochmals grob 13.000 Anträge auf sich. Die beiden höchsten Stufen nicht einmal mehr 1.000. Heißt: Die Förderung kommt durchaus dort an, wo sie soll: Bei Menschen mit eher niedrigem bis mittleren Einkommen, die sich ohne Subvention womöglich kein neues E-Auto anschaffen würden.
Interessant dabei: Minderjährige Kinder hat die überwiegende Mehrheit der Antragsteller nicht angegeben: Allein 17.000 Anträge stammen aus „Haushalten ohne förderrelevantes Kind“, wie das BAFA festhält. Damit ist auch klar, dass die volle Förderhöhe von 6.000 Euro von vielen Fördernehmern nicht erreicht wird. Das zeigt auch die bisher ausgeschüttete Subventionssumme im Verhältnis zu den bewilligten Anträgen: Im Schnitt ergeben sich 4.350 Euro pro Haushalt.
Blicken wir auf die Hersteller, Marken und Modelle, die bei den bisher erfolgreichen Antragstellern besonders beliebt sind. Nachfolgend die Übersicht zu den Bewilligungen nach Konzern (Top 10):
Platzierung
Konzern/ Gruppe
Anzahl
1.
Volkswagen AG
6.239
2.
Tesla
4.590
3.
Stellantis
3.838
4.
Hyundai Motor Group
2.973
5.
Renault Group
1.659
6.
Stellantis / Leapmotor (Joint
Venture)
1.456
7.
BYD Company
1.338
8.
BMW Group
1.324
9.
Ford Motor Company
968
10.
Toyota Motor Corporation
393
Das Ranking ist insofern recht grob, als dass ganze Konzernmarken unter ihren Gruppen zusammengefasst werden. Bei Spitzenreiter Volkswagen tummeln sich u.a. Skoda, VW und Cupra. Insofern ist eigentlich Tesla der Spitzenreiter, wenn man sich die Sache auf Einzelmarken-Ebene anschaut. Und: Die Auswertung unterscheidet sich insofern von den E-Auto-Gesamtzulassungszahlen in Deutschland, als dass grundsätzlich mehr im Ausland produzierte Stromer zum Zuge kommen. Eine detaillierte Analyse der Herkunft hat die „Automobilwoche“ vorgenommen. Darin kommt das Fachmagazin zu dem Schluss, dass 7.590 der geförderten Stromer in Deutschland gebaut werden und 6.622 in China (nicht nur von chinesischen Marken, sondern auch von internationalen Herstellern, die in China produzieren). Allein die gut 3.000 Tesla Model Y stammen aus Brandenburg. Das Ranking zu den Top-10 der geförderten Modellen gestaltet sich wie folgt:
Platzierung
Modell
Anzahl
1.
Tesla Model Y
3.067
2.
Skoda Elroq
2.148
3.
Tesla Model 3
1.517
4.
Hyundai Inster
1.092
5.
VW ID.3
958
6.
Cupra Born
768
7.
Leapmotor T03
754
8.
Fiat 500e
647
9.
Citroen e-C3
620
10.
BMW iX1
609
Auffällig ist, dass nicht etwa ein BYD-Stromer aus China in den Top-10 landet, sondern mit dem Leapmotor T03 in Elektro-Kleinwagen, der über das Joint Venture von Stellantis und Leapmotor in Europa vermarktet wird. Insgesamt schneidet Leapmotor bei der Förderung überproportional gut ab. Die Zugpferde von Tesla, Skoda und VW bleiben aber ungefährdet. Premiumfahrzeuge findet man im oberen Teil des Rankings eher weniger, sie sind von der Förderung aber auch nicht ausgeschlossen (eine harte Preisobergrenze gibt es nicht, nur eine Einkommensbegrenzung). So kommt es, dass auch einige elektrische Porsche in der BAFA-Statistik auftauchen.