Audi legt V2G-Schalter um – mit Tarif von Octopus Energy

Audi schnürt in Deutschland ein Angebot für bidirektionales Laden – und holt sich dafür Octopus Energy an Bord. Fahrer des neuen A2 e-tron und des seit Kurzem überarbeiteten Q4 e-tron können über einen entsprechende Wallbox und einen speziellen Tarif von Octopus Energy bald Strom ins Netz rückspeisen.
Der Q4 e-tron beherrscht bereits V2L zur Energieversorgung von u.a. Kaffeemaschinen. Nun kommt die Netzrückspeisung hinzu.
Bild: Audi
Im Volkswagen-Konzern sortieren sich die Marken, um ihren Kunden künftig die Rückspeisung von Strom aus ihren E-Auto-Batterien zu ermöglichen. Die Kernmarke VW und Energie-Tochter Elli positionierten sich im Frühjahr und kündigten ein Bidi-Paket zunächst für VW sowie die Töchter Volkswagen Nutzfahrzeuge und Cupra an. Dafür wurde The Mobility House als Technologiedienstleister an Bord geholt.
Die Konzerntochter Audi geht einen anderen Weg – und zwar in Zusammenarbeit mit Octopus Energy. Der aus Großbritannien stammende Energiedienstleister kooperiert beim bidirektionalem DC-Laden für Privatkunden in Deutschland bereits mit Ford. Und das ist kein Zufall: Sowohl die bei Ford eingebundenen Modelle Capri und Explorer als auch die bei Audi zunächst in das Angebot integrierten Modelle A2 e-tron und Q4 e-tron stehen (inzwischen) auf dem Baukasten MEB+ des Volkswagen-Konzerns. Der A2 e-tron ist in dieser Riege das neueste Modell. Der E-Kompakte wurde erst Anfang der Woche enthüllt und soll ab Dezember ausgeliefert werden.
Nur neuere Audi Q4 e-tron sind kompatibel
Octopus Energy kündigt an, dass Fahrer der genannten Audi-Stromer den V2G-Tarif von Octopus Energy bald nutzen können. Der genaue Starttermin soll zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden. Die fahrzeugseitige Voraussetzung ist dabei allerdings ein Softwarestand ab 6.3 oder höher. Ein Großteil der Bestandsfahrzeuge des seit Ende 2022 vom Band laufenden Q4 e-tron sind also nicht kompatibel.
Zum V2G-Tarif selbst: Octopus skizziert, dass Kunden deutlich vergünstigt laden: „Wenn das Auto zuhause mit der bidirektionalen Wallbox verbunden ist, laden Kunden pauschal 18 ct/kWh unter ihrem regulären Arbeitspreis. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 33 Ct/kWh lädt man mit dem V2G Tarif im Schnitt also für 15 Cent pro Kilowattstunde.“ Das Beispiel orientiert sich am Durchschnitt. In Orten mit besonders hohen Netzentgelten könnte der Ladepreis aber auch bei etwas über 20 ct/kWh liegen, in besonders günstigen Gebieten aber auch unter 10 ct/kWh.
Zusätzlich erhalten Kunden einen monatlichen Bonus von 30 Euro, sofern das Fahrzeug mindestens 300 Stunden pro Monat mit der Wallbox verbunden ist. Das sind grob zehn Stunden pro Tag. Im Jahr winken so insgesamt bis zu 360 Euro Bonus. Und Octopus Energy rechnet vor, dass Kunden „in Kombination mit dem günstigen Ladestrom damit bis zu 18.000 Kilometer kostenlos pro Jahr fahren“. Dazu nimmt das Unternehmen einen durchschnittlichen Verbrauch von 16 kWh auf 100 Kilometern an. Tatsächlich wird es mit einem höheren Realverbrauch eine geringere Fahrstrecke sein.
Octopus steuert die Rückspeisung im Hintergrund
Das Tarif-Paket für Audi-Fahrer ist damit identisch zum Ford-Angebot von Anfang des Jahres. Das intelligente Laden und Zurückspeisen ins Netz steuert stets Octopus Energy „automatisch im Hintergrund.“ Die Kunden behalten – wie bei solchen Angeboten üblich – dennoch die Kontrolle über ihr Fahrzeug, indem sie Abfahrtszeiten und gewünschte Ladestände flexibel und individuell einstellen können.
Bastian Gierull, deutscher CEO von Octopus Energy, kommentiert: “V2G ist eine klassische Win-Win-Technologie: Die Fahrerinnen und Fahrer werden feststellen, dass ihr Auto noch mehr Spaß macht, wenn es auch in der Garage für sie arbeitet und die Energiewende unterstützt. Für uns ist die Integration der Audi Modelle der nächste Schritt auf unserem Weg, bidirektionales Laden möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen, egal, welches Auto sie fahren.”
_Quelle: Infos per E-Mail_