Der Arcfox Alpha T7 ist ab 137.800 Yuan im Vorverkauf erhältlich. Der große BAIC-SUV sieht aus wie das Xiaomi YU7.

Arcfox, eine Marke von BAIC, startete am 26. August 2026 in China die Vorbestellungen für das Modell Alpha T7. Das Auto kostet ab 137.800 Yuan inklusive Vorbestellzuschlag und ist als BEV sowie EREV erhältlich; der Hersteller gibt an, innerhalb von 2 Stunden mehr als 10.000 Bestellungen erhalten zu haben.
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Auf dem Papier wirkt das wie ein sehr gezielter Schuss auf den chinesischen Massenmarkt: großes Fahrzeug, 800 V im Elektroantrieb, Huawei in den teureren Versionen und ein Preis deutlich unter 200.000 Yuan.
Ein großes Auto zum kleinen Preis – zumindest für chinesische Verhältnisse
Der Arcfox Alpha T7 ist ein fünfsitziger SUV, der an die Mittel- bis Oberklasse grenzt. Er hat eine Länge von 5.020 mm, eine Breite von 1.996 mm, eine Höhe von 1.685 mm und einen Radstand von 3.040 mm. Es handelt sich dabei nicht mehr um ein kompaktes Auto, das wie ein Familienwagen wirkt, sondern um ein wirklich großes Fahrzeug.
Im Vorverkauf sind 9 Allradversionen bereitgestellt. Die Preise nach dem Einstiegsrabatt liegen im Bereich von 137.800 bis 174.800 Yuan, während der Listenpreis bei 141.800 bis 178.800 Yuan liegt. Das Einstiegsrabatt beträgt somit 4.000 Yuan pro Variante.
In der Praxis zielt Arcfox auf Kunden mit einem Budget von bis zu 200.000 Yuan ab, also auf den am stärksten umkämpften und wettbewerbsintensivsten Teil des chinesischen Marktes. Dort reicht heutzutage allein ein „EV mit großem Display“ nicht mehr aus. Es müssen zusätzlich Größe, schnelles Laden sowie zumindest grundlegende Funktionen eines fortschrittlichen ADAS-Systems hinzugefügt werden.
BEV und EREV in einem Modell
Am interessantesten ist, dass der Alpha T7 nicht nur einen Weg verfolgt. Arcfox verkauft dieses Modell sowohl als klassischen Elektrofahrzeug als auch als Range Extender.
Es gibt vier Versionen des EREV-Modells. Die günstigste ist der 1315 Plus. Er verfügt über einen Elektromotor mit einer Leistung von 200 kW, einen Akku mit 43,9 kWh sowie einen 1,5-Liter-Benzinmotor. Die deklarierte elektrische Reichweite beträgt 320 km nach CLTC, die Gesamtreichweite 1.315 km nach CLTC.
Es gibt fünf Versionen des BEV-Modells. Der Basismodell 650 Plus kostet im Vorverkauf 140.800 Yuan und hat einen Akku mit 75,4 kWh. Die deklarierte Reichweite liegt bei 650 km nach CLTC.
Die übrigen elektrischen Varianten sind mit einem von CATL gelieferten Akku mit 84,8 kWh ausgestattet und sollen eine Reichweite von bis zu 715 km nach CLTC bieten. Auf dem Papier klingt das sehr gut. Man sollte nur bedenken, dass die CLTC-Werte in der Regel deutlich optimistischer sind als die tatsächliche Fahrleistung, insbesondere bei großen SUVs.
Spezifikationen Arcfox Alpha T7
Parameter
Arcfox Alpha T7 BEV
Arcfox Alpha T7 EREV
Länge
5.020 mm
5.020 mm
Achsenabstand
3.040 mm
3.040 mm
Antrieb
RWD
RWD
Motorleistung
227 kW
200 kW
Architektur
800 V
400 V
Akku
75,4 kWh oder 84,8 kWh
43,9 kWh
Elektrische Reichweite
650 km oder 715 km nach CLTC
320 km nach CLTC
Gesamtreichweite
nicht anwendbar
1 315 km nach CLTC
Laden von 30-80 %
15 Minuten
15 Minuten
Startpreis
140 800 Yuan
137 800 Yuan
800 V bei BEVs, aber nicht überall
Der vollständig elektrische Fahrzeugtyp erhält in der gesamten Modellreihe eine 800-V-Plattform sowie einen Motor mit einer Leistung von 227 kW. Arcfox gibt an, dass ein Laden von 30-80 Prozent in 15 Minuten möglich ist. Das gilt heute als einer der zentralen Punkte auf der chinesischen Checkliste. Fast jeder Hersteller verspricht „sehr schnelles“ Laden, daher zeigt erst die Ladekurve, ob es sich um einen tatsächlichen Vorteil handelt oder nur um einen gut gewählten Zeitraum während des Ladevorgangs.
Interessanter wird es beim EREV. Hier sinkt die Spannung auf 400 V, doch laut Hersteller bleibt die Ladezeit unverändert – ebenfalls 15 Minuten von 30 auf 80 Prozent. Das ist machbar, insbesondere bei einem kürzeren Energiefenster und einer entsprechend aggressiven Steuerung, doch ohne Daten zur Spitzenleistung und zum Verlauf der Ladephase lässt sich das kaum als sicher betrachten.
In beiden Varianten liefert CATL die Zellen. Das ist ein praktischer Vorteil, kein marketingtechnischer. Angesichts der Größe des chinesischen Marktes bedeutet das in der Regel eine bessere Verfügbarkeit und weniger Exotik bei den Batterien.
Der Alpha T7 sieht aus wie das Xiaomi YU7 – und das ist wohl kein Zufall
Man kommt kaum um ein Vergleich mit dem Xiaomi YU7 herum. Der Alpha T7 hat einen ähnlichen Fastback, einen stark abfallenden hinteren Teil, breite Proportionen sowie eine ziemlich tief verlaufende Karosserielinie. Es handelt sich nicht um eine 1:1-Kopie, doch die Ähnlichkeit ist auf den ersten Blick erkennbar.
Das Interieur geht noch weiter in diese Richtung. Arcfox hat einen 1,1 Meter breiten Panoramascreen eingesetzt, der als „Skyline Screen“ bezeichnet wird. Dazu kommt das Lenkrad- und Tastenlayout, das ebenfalls Assoziationen mit dem YU7 weckt.
Das ist übrigens ein breiterer Trend in China. Nach dem Erfolg von Xiaomi versuchen viele Hersteller, einen Familien-SUV mit einer sportlicheren, „niedrigeren“ Ausstrahlung zu verbinden. Der klassische hohe, kastenförmige SUV ist nicht mehr die einzige Antwort für Familienkunden.

Huawei in teureren Versionen, aber die Basis ist ärmer ausgestattet
Arcfox fügt dem T7 außerdem ein Argument hinzu, das in China immer öfter wie eine eigene Währung wirkt – nämlich das Fahrassistentensystem. Ausgewählte Versionen sind mit dem Huawei Qiankun ADS 5 Pro erhältlich.
Dies ist jedoch nicht die Standardausstattung in der gesamten Modellreihe. Laut den Spezifikationen erhalten 4 Varianten mit der Bezeichnung Qiankun dieses System sowie einen LiDAR im Innenraum. Die günstigeren Versionen nutzen das BAIC Yuanjing-System und haben einen LiDAR auf dem Dach. Die billigste EREV-Version, nämlich der 1315 Plus, verfügt weder über das Marken-ADAS-System noch über einen LiDAR.
Das ist ein wichtiger Unterschied, denn bei diesem Preis lässt es sich leicht versuchen, alle Versionen in einen Topf zu werfen und zu behaupten: „Großer SUV von Huawei“. Nein. Huawei ist nur in einigen Konfigurationen enthalten, und vermutlich werden gerade diese besser ausgestatteten Varianten den größten Teil der Werbematerialien bilden.
Innen gibt es außerdem einen 17,3-Zoll-3K-Bildschirm, und das Infotainmentsystem integriert die Sprachmodelle Doubao von ByteDance und Qwen von Alibaba. Wie üblich bei Fahrzeug-KI muss man auf den täglichen Einsatz warten. In der Präsentation sieht es gut aus, nach drei Monaten Nutzung mit dem Auto ist die Qualität jedoch oft schlechter.
Fahrwerk, Kofferraum und Familienorientierung
Arcfox versucht, den T7 nicht nur durch seine Bildschirme zu verkaufen. Das Auto verfügt über ein CDC-Fahrwerk mit kontinuierlicher Dämpfungseinstellung sowie ein von Magny entwickeltes Chassis. Das garantiert zwar kein hervorragendes Fahrgefühl, zeigt aber, dass der Hersteller auf ein besser ausgearbeitetes Produkt abzielt und nicht nur auf einen günstigen Preis.
Der Kofferraum fasst 645 Liter, bei umgeklappten Sitzen steigt diese Kapazität auf 1.845 Liter. Vorne gibt es außerdem einen 200-Liter-Frunk. Angesichts der Größe des Autos sind das vernünftige Werte und ein echter Vorteil für Familien – und nicht nur eine Zahl im Prospekt.

10.000 Bestellungen in 2 Stunden – doch jetzt beginnt der schwierigere Teil
Arcfox gab an, dass der Alpha T7 innerhalb von 2 Stunden seit Beginn der Vorbestellungen über 10.000 Vorbestellungen erhalten hat. In China sind solche Zahlen beeindruckend, doch man sollte sie vorsichtig interpretieren. Vorbestellungen bedeuten noch keine tatsächlichen Auslieferungen, und eine hohe Anzahl an Reservierungen kann aus echtem Bedarf, niedrigen Anzahlungsbeträgen sowie dem Effekt der Neuheit resultieren.
Die Marke hatte einen guten Juli: Arcfox verkaufte 23.517 Fahrzeuge, wovon der Beta T1 für 8.628 Stück und der Beta S3 für 6.941 Stück verantwortlich waren. Das zeigt eine gewisse Größenordnung, deutet aber gleichzeitig darauf hin, dass der T7 erst noch um den Status eines echten Massenmodells kämpfen muss.
Und hier liegt der Kernpunkt: Der Alpha T7 scheint versuchen zu wollen, mehrere Trends gleichzeitig aufzugreifen – den Stil von Xiaomi, ein großes Familienfahrzeugkonzept, EREV für Vorsichtige, BEV 800 V für Elektro-Enthusiasten und Huawei für die, die einen „smarten“ Autocharakter wollen. Falls die Endpreise bei der Markteinführung nicht steigen, könnte das Fahrzeug für Aufsehen sorgen.
Er wird wohl nicht schnell nach Europa gelangen, und wenn schon, dann nicht zu solchen Preisen. Er zeigt jedoch gut, wie weit der chinesische Massenmarkt bereits fortgeschritten ist. Dort kosten 137.800 Yuan, das sind etwa 76.000–77.000 Złoty, einen 5 Meter langen SUV mit CATL-Batterie und optionaler Huawei-Ausstattung. In Europa kann man heutzutage mit solchen Geldern höchstens die ersten Gespräche über einen Kauf führen.
Die Chinesen heben erneut die Anforderungen im Segment „für die Familie – aber nicht irgendeine“ an. Was denken Sie: Hat in Europa eine BEV-800-V-Version mehr Chancen oder doch eine EREV-Version mit 320 km rein elektrischem Fahrbereich?