Nach den Elektroautos geht MG mit einem riesigen Batteriebus in die nächste Stufe.


MG scheint nicht vorzuhaben, in Europa bei Elektroautos stehen zu bleiben. Auf der IAA Transportation in Hannover präsentierte die Marke des SAIC-Konzerns den iEV12LE, einen überregionalen Elektrobus mit einer Batteriekapazität von 489 kWh, der laut dem Hersteller bis zu 650 Kilometer zurücklegen kann.
Wenn man an MG in Europa denkt, denkt man vor allem an die MG4, MGS5 EV oder andere Elektroautos, die die etablierten Automobilhersteller in Frage stellen. Doch die chinesische Marke strebt nun nach weitaus Größerem – buchstäblich.
Auf der derzeit in Hannover stattfindenden IAA Transportation stellte die „Commercial“-Sparte des Herstellers den iEV12LE vor, einen 12,15 Meter langen Elektrobus für überregionale Verbindungen.
Wichtige Präzisierung: Dieser Angriff von MG auf den Sektor der Elektrobusse kommt nicht aus heiterem Himmel. Bei der Ausgabe 2025 von Busworld Europe hatte der Hersteller bereits den iEV12 vorgestellt, ein 12 Meter langes Stadtbuss-Konzeptfahrzeug. Dieses erste Modell basierte auf der elektrischen Chassis-Bauweise B12E und nutzte bereits eine Cell-to-Pack-Akkusarchitektur mit zwei angegebenen Kapazitäten: 417 oder 489 kWh.
Zu dieser Zeit betonte MG jedoch den konzeptionellen Status des Fahrzeugs. Sein Wirtschaftsmodell für Europa war noch nicht definiert und es gab keine bestätigten Bestellungen. Der iEV12LE stellt somit einen neuen Schritt bei der Entwicklung dieses neuen Angebots dar.

Ein XXL-Akku mit 489 kWh
Die Zahlen ermöglichen es, die Skalenerweiterung zu messen. Der iEV12LE ist 12.150 mm lang, 2.550 mm breit und 3.320 mm hoch, mit einem Radstand von 6.100 mm. Sein zulässiges Gesamtgewicht unter Belastung beträgt 19,5 Tonnen.
An Bord plant MG 41+1 Sitze, darunter einen Platz für einen Rollstuhl, sodass eine maximale Kapazität von 80 Passagieren erreicht wird. Die Einstiegshöhe beträgt 350 mm und die Höchstgeschwindigkeit ist auf 100 km/h begrenzt.
Unter dem Boden ist der Bus mit einer Batterie von 489 kWh ausgestattet. MG gibt eine Reichweite von bis zu 650 km an. Die Batterie basiert auf einer Cell-to-Pack-Architektur mit einer Dicke von 140 mm, die direkt im Chassis integriert ist.
Selbstverständlich bedeutet eine riesige Batterie auch den Bedarf an einer besonders leistungsstarken Ladung. MG ausstattet seinen Elektobus mit zwei CCS2-Steckdosen. Unter optimalen Bedingungen könnte eine vollständige Ladung in etwa 1 Stunde und 30 Minuten erfolgen. Ebenfalls verfügbar ist eine Lösung mit einem auf dem Dach installierten OppCharge-Pantografen, der schnelles Laden während der Haltezeiten oder am Endpunkt der Strecke ermöglicht.
Was den Rest angeht, so verfügt der iEV12LE über eine „Low-Entry“-Konfiguration, bei der ein Teil des Innenraums mit niedrigem Bodenbelag die Zugänglichkeit für Passagiere erleichtert. Insbesondere ist ein Bereich vorgesehen, um einen Rollstuhl unterzubringen.
Die Ausstattung an Fahrhilfen ist besonders umfangreich: Full-HD-Kameras, 360-Grad-Sicht, Systeme der Klassen V und VI, ADAS, MOIS, BSIS, Reifendrucküberwachung, Alkoholtest vor dem Anlassen, DDAW und ADDW.
Es bleibt nun abzuwarten, ob MG den im Pkw erzielten Erfolg auch auf Busse übertragen kann. Die Aufgabe wird nicht einfach sein. Der Hersteller tritt auf einen Markt vor, der stark von öffentlichen Aufträgen getragen wird und in dem bereits starke Konkurrenz herrscht. Vor allem spielen der tatsächliche Verbrauch, die Verfügbarkeit von Ersatzteilen, die Wartung, die Reaktionsgeschwindigkeit sowie die Gesamtbetriebskosten über mehrere Jahre oft eine größere Rolle als beeindruckende technische Daten. Eine Angelegenheit, die man im Auge behalten muss!