Adelholzener setzt zwei MAN eTGX in der Leergut-Logistik ein

Die bayrische Mineralwasser-Marke Adelholzener setzt in der internen Logistik seit kurzem zwei Elektro-Lkw ein. Die beiden Sattelzugmaschinen vom Typ MAN eTGX 20.449 BL transportieren vor allem Leergut zwischen verschiedenen Lagern und der Abfüllstätte - und sind im Drei-Schicht-Betrieb im Einsatz.
Die Auswahl des seit Ende 2024 erhältlichen MAN eTGX für kurze Strecken auf dem Gelände des Produktionsstandort von Adelholzener in Siegsdorf sowie zwischen den Lagern in rund 20 Kilometern Umkreis scheint auf den ersten Blick ungewöhnlich. Schließlich wurde der eTGX eigentlich als Langstreckenmodell entwickelt und bietet eine Reichweite ohne Nachladen von bis zu 570 Kilometern, wenn die maximale Batteriegröße von 534 kWh gewählt wird.
Auf den zweiten Blick liegt die Erklärung aber im Einsatzprofil bei Adelholzener: Das Mineralwasser-Unternehmen setzt die beiden eTGX mit einer etwas kleineren Batterie von rund 400 kWh im Drei-Schicht-Betrieb ein – sprich: rund um die Uhr. Zeit für nächtliches Langsam-Nachladen ist also nicht. Vielmehr benötigt Adelholzener elektrische Lastkraftwagen mit einer Batterie, die nur in den üblichen Lenkzeitpausen der Lkw-Fahrer nachgeladen werden kann – also üblicherweise nach 4,5 Stunden Fahrzeit für 45 Minuten.
Entsprechend interessant gelöst hat Adelholzener auch das Thema Ladeinfrastruktur: Der Produktionsstandort verfügte bereits zuvor über eine große Photovoltaik-Anlage auf seinen Dächern. Diese wird nun durch einen neuen Batteriespeicher als Puffer für den erzeugten Strom sowie eine neue Ladestation mit zwei Ladepunkten und 400 kW Gesamtladeleistung ergänzt.
„Gerade die Sommermonate verlangen nach herausragend zuverlässigen Fahrzeugen. Die Herausforderung besteht darin, dass die Fahrzeuge an den Werktagen nur in den Pausen der Fahrer Strom nachladen können. Die eTGX haben gezeigt, dass das reibungslos funktioniert“, sagt MAN-Verkaufsbeauftragter Maik Fischer aus Traunstein zur Entscheidung von Adelholzener.
Die beiden neuen vollelektrischen MAN eTGX ersetzen bei Adelholzener zwei Diesel-Lkw von MAN. „Mit diesen neuen Fahrzeugen unseres langjährigen Partners MAN setzen die Adelholzener Alpenquellen ihre Transformation hin zur Elektrifizierung fort. Sie reduzieren die Transportemissionen am Standort weiter und machen den innerbetrieblichen Shuttleverkehr lokal emissionsfrei“, sagt Adelholzener-Geschäftsführer Peter Lachenmeir.
Dabei agiert Adelholzener in christlicher Mission, denn die Bewahrung der Schöpfung ist Leitgedanke des alleinigen Gesellschafters von Adelholzener, dem katholischen Orden Barmherzige Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul. Die Gewinne der Unternehmens fließen deshalb zu 100 Prozent in Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime sowie in die Unterstützung der zahlreichen sozialen Zwecke des Ordens.
Im Frühjahr hatte mit Vilsa bereits eine andere deutsche Mineralwasser-Marke ihre ersten E-Lkw in Betrieb genommen, und zwar drei Einheiten des eTGX-Konkurrenten Mercedes-Benz eActros 600. Im Gegensatz zu Adelholzener nutzt Vilsa seine E-Lkw aber auch auf der Fernstrecke. Und MAN wiederum hat im Dezember 2025 zwei eTGX an das italienische Transportunternehmen Koinè ausgeliefert, das die eTrucks seitdem in der Logistik des Getränkeherstellers Sanpellegrino einsetzt.