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9 Sitze, 460 km Reichweite und eine 800-Volt-Technologie für den neuen KIA PV7

9 Sitze, 460 km Reichweite und eine 800-Volt-Technologie für den neuen KIA PV7

Nach einem Vorgeschmack im vergangenen August hat Kia bereits das zweite Modell seiner neuen Reihe an elektrischen Nutzfahrzeugen fertiggestellt. Der neue Kia PV7 wurde offiziell auf der IAA Transportation in Hannover vorgestellt und soll über dem PV5 stehen – mit deutlich mehr Platz, bis zu neun Sitzplätzen in Europa, einer anständigen Reichweite und vor allem einer 800-Volt-Architektur, die bislang in der elektrischen Nutzfahrzeugreihe des Herstellers nicht verfügbar war.

Die Formel ähnelt der, die Kia bereits mit dem PV5 verwendet hat: Eine einzige Basis, die je nach Kundenbedürfnissen in verschiedene Fahrzeuge umgewandelt werden kann. Der PV7 wird ursprünglich in den Versionen Cargo und Passenger erhältlich sein, obwohl Kia bereits an einer viel umfangreicheren Palette arbeitet, die bis zu 23 Varianten umfassen wird – einschließlich verschiedener Karosserietypen sowie Versionen, die für berufliche Zwecke angepasst sind. In Europa ist sein Erscheinen für die zweite Hälfte des Jahres 2027 geplant.

Mehr als 5,3 Meter Länge und bis zu neun Sitzplätze

9 Sitzplätze, 460 km Reichweite und eine 800-Volt-Technologie für den neuen KIA PV7

Der PV7 behält die beim PV5 eingeführte Designsprache bei, ist jedoch in deutlich größerem Maßstab gehalten. Die Front behält die vertikalen Lichtgruppen sowie die charakteristische integrierte Tagfahrlichtanlage neben den Seiten des Kühlerschutzes bei, während der schwarze Kühlerschutz und die abgedunkelten Pfeiler den Kontrast schaffen, der bereits zu einem der Erkennungsmerkmale der PBV-Familie von Kia geworden ist.

Durch die Abmessungen wird klar, dass es sich um einen großen Elektro-Fahrzeugtyp handelt. Der PV7 ist 5,35 Meter lang, 1,995 Meter breit, 1,99 Meter hoch und hat eine Radstandlänge von 3,5 Metern. Diese Werte gelten für die Versionen Passenger und Cargo Long; es werden jedoch auch weitere Konfigurationen in der zukünftigen Modellreihe geben.

In Europa kann die Passenger-Version bis zu neun Insassen transportieren, während Kia in Südkorea eine Konfiguration mit bis zu elf Plätzen anbieten wird. Zudem können die Sitze längs verschoben und eingezogen werden, um den Innenraum den jeweiligen Anforderungen anzupassen. Die siebensitzige Version verfügt über Easy-Remove-Sitze auf Schienen, während die neunsitzige Version mit oder ohne vierte Reihe konfiguriert werden kann.

Beim PV7 Cargo ist der verfügbare Stauraum noch beeindruckender. Die lange Version bietet eine Ladekapazität von bis zu 6,1 Kubikmetern, während die Variante mit erhöhtem Dach bis zu 8 Kubikmetern erreicht. Die Nutzlast beträgt bis zu 1.200 kg, und die lange Version kann bis zu drei europäische Paletten transportieren, wobei die Ladehöhe nur 550 Millimeter beträgt.

9 Plätze, 460 km Reichweite und eine 800-Volt-Technologie für den neuen KIA PV7

Auf der Innenseite hat Kia dafür gesorgt, dass der PV7 mehr ist als nur ein riesiger Elektro-LKW. Das Armaturenbrett verfügt über einen 12,9-Zoll-Bildschirm für die Instrumente sowie einen weiteren 14,6-Zoll-Bildschirm für das Multimedia-System, während das Pleos Connect-System vernetzten Navigationsservice, Apps und Fernaktualisierungen bietet. Ebenfalls verfügbar ist der Sprachassistent Gleo AI.

Zur Sicherheitsausstattung gehören sieben Airbags, darunter einer im Dachbereich vor dem Beifahrer, sowie Notbremse, Spurhalteassistent, adaptiver Tempomat, Fahrassistenz auf der Straße, vordere, seitliche und hintere Parksenker, eine Rückfahrkamera sowie eine Umgebungsbeobachtungskamera. Zudem kann man einen Fernparkassistenten sowie eine integrierte Kamera zur Aufzeichnung der Fahrten einbauen.

In der Passenger-Version wird das Ambiente eher dem eines Kombiwagens ähneln als dem eines herkömmlichen Lieferwagens. Kia bietet zweifarbige Ausstattungen, geschlossene Fächer, Ambientelicht, Klimaanlage für die hinteren Sitze sowie eine optionale Mittelkonsole, die in einen Tisch umgewandelt werden kann. Die Cargo-Version hingegen setzt auf offene Räume und praktische Lösungen für diejenigen, die das Fahrzeug den ganzen Tag über nutzen.

Auch der Antrieb stellt im Vergleich zum PV5 einen bedeutenden Sprung dar. Der Kia PV7 erreicht bis zu 200 kW, was 272 PS entspricht, sowie 420 Nm Drehmoment, wobei die Vorderradantriebseinheit serienmäßig ist. Kia bereitet außerdem eine Version mit Allradantrieb vor, die später erscheinen soll, hat jedoch noch kein genaues Einführungsdatum bestätigt.

9 Plätze, 460 km und eine 800-Volt-Technologie für den neuen KIA PV7

Die große Neuheit ist die speziell für Kias PBV-Fahrzeuge entwickelte E-GMP.S-Plattform. Im Gegensatz zu den üblichen Lösungen vieler Elektrofahrzeuge verfügt der PV7 über eine 800-Volt-Elektroarchitektur, die es ermöglicht, Schnellladegeräte mit bis zu 350 kW zu nutzen. In diesem Segment kann dieser Unterschied für Fahrzeuge, die einen großen Teil ihrer Lebensdauer im Einsatz verbringen und ihre Pausen auf ein Minimum reduzieren müssen, von großer Bedeutung sein.

Kia wird zwei Batterien anbieten, mit einer Kapazität von 71,5 bzw. 96,2 kWh. Die Version Cargo Long mit der größeren Batteriekapazität erreicht laut WLTP-Zyklus eine erwartete Reichweite von über 460 Kilometern, wobei das Unternehmen selbst darauf hinweist, dass diese Zahl noch einer endgültigen Homologierung bedarf.

9 Plätze, 460 km und eine 800-Volt-Technologie für den neuen KIA PV7

Schnelles Laden ist ebenfalls einer der Stärken des PV7. Kia verspricht, dass er mit einem 350 kW starken Gleichstrom-Lader in etwas mehr als 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent Ladestand gelangen kann. Zudem verfügt der PV7 erstmals in einem Modell der Marke über zwei Ladeanschlüsse: einen vorderen Anschluss für Wechsel- und Gleichstrom sowie einen optionalen zweiten hinteren Seitenanschluss für Wechselstrom. Diese Lösung ist besonders in einem Fahrzeug dieser Größe sinnvoll, da sie es ermöglicht, das Fahrzeug an den Lader anzuschließen, selbst wenn kein Frontparken möglich ist.

Außerdem verfügt der PV7 über die V2L-Funktion, mit der er Werkzeuge, Arbeitsausrüstung oder andere elektrische Geräte versorgen kann. In der Cargo-Version wird zudem ein spezieller Modus für schwere Lasten hinzugefügt, der die Fahrzeugfunktionen je nach transportierter Masse anpasst.

Kia wird nicht bei den beiden in Hannover vorgestellten Versionen bleiben. Das Unternehmen hat bestätigt, dass es das Modellprogramm schrittweise auf 23 Varianten erweitern wird, einschließlich unterschiedlicher Cargo-Konfigurationen, Passenger-Versionen, eines Chassis-Cabrio-Designs sowie verschiedener Umgebungen für professionelle Zwecke. Der nächste große Schritt wird der PV9 sein, der für 2029 geplant ist.

Der Kia PV7 wird in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 nach Europa kommen, zunächst in den Versionen Cargo und Passenger. Bisher hat Kia die Preise noch nicht bekannt gegeben, sodass man abwarten muss, inwieweit er mit Konkurrenten wie dem Volkswagen ID. Buzz sowie zukünftigen großen Elektro-Fahrzeugen für den europäischen Markt mithalten kann.

Kernpunkte

Kia PV7 – die zweite große Ergänzung zum PBV-Modellprogramm des Herstellers.

Cargo- und Passenger-Versionen.

Bis zu 9 Sitzplätze in Europa.

5,35 Meter Länge.

Bis zu 8 Kubikmetern Ladungsvolumen.

Bis zu 1.200 kg Nutzlast.

Batterien mit 71,5 und 96,2 kWh Kapazität.

Bis zu 200 kW Leistung, was 272 PS entspricht.

Auf Wunsch serienmäßig Frontantrieb, zukünftige Version mit Allradantrieb.

800-Volt-Elektroarchitektur.

Schnellladen bis zu 350 kW.

Von 10 auf 80 Prozent in etwas mehr als 20 Minuten.

Bei der PV7 Cargo Long erwartet man eine Reichweite von über 460 km.

Optionaler zweiter Ladeanschluss für Wechselstrom.

V2L-Funktion.

Einführung in Europa in der zweiten Hälfte von 2027.

Kia plant bis zu 23 Varianten des PV7.