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326 KM und Hinterradantrieb. So einen „Sportler“ hatte Volkswagen noch nie!

326 KM und Hinterradantrieb. So einen „Sportler“ hatte Volkswagen noch nie!

Kurz gesagt:

Volkswagen hat das GTI-Emblem am elektrischen ID.3 angebracht

Das Ergebnis? 326 PS, Antrieb an die Hinterräder und sogar eine Reichweite von 601 km

Es handelt sich um den leistungsstärksten Serien-GTI in der Geschichte der Marke. Aber nicht um den schnellsten!

Die Batterie-Hatchback erreicht die 100 km/h in 5,6 Sekunden

Der Golf GTI Edition 50 beschleunigt laut Hersteller um 0,3 Sekunden schneller auf 100 km/h

Volkswagen nähert sich der Serienversion an

GTI stand bei Volkswagen ein halbes Jahrhundert lang vor allem für einen kompakten Hatchback mit Verbrennungsmotor und Frontantrieb. Der ID.3 GTI bricht beide Annahmen gleichzeitig. Er ist elektrisch und die 326 PS werden ausschließlich an die Hinterräder geleitet.

Das soeben gezeigte Auto wird von Volkswagen noch als Modell bezeichnet, das der Serienversion sehr nahekommt. Es soll im ersten Quartal 2027 auf den Markt kommen und dann den Titel des leistungsstärksten Serien-GTI in der 50-jährigen Geschichte dieses Namens übernehmen.

Einen PS stärker als der Golf

Der ID.3 GTI entwickelt 326 PS sowie 545 Nm Drehmoment, die bereits bei Stillstand verfügbar sind. Dank Launch Control erreicht er eine Geschwindigkeit von 0 auf 100 km/h in 5,6 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 200 km/h begrenzt.

Was die Leistung angeht, übertrifft der neue Elektrofahrzeug leicht den Golf GTI Edition 50. Der Jubiläums-Golf hat 325 PS und war bislang das leistungsstärkste Serien-GTI von Volkswagen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass der Elektroauto schneller ist. Der Golf GTI Edition 50 benötigt 5,3 Sekunden, um 100 km/h zu erreichen, und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 270 km/h. Der ID.3 GTI hat somit 1 PS mehr, ist aber bei 100 km/h um 0,3 Sekunden langsamer.

Auch beim Antriebssystem gibt es einen großen Unterschied. Der Golf bleibt dem Frontantrieb treu, während der Motor des ID.3 GTI sich hinten befindet und die Hinterräder antreibt. Eine solche Konfiguration gab es zuvor nicht im Serien-GTI.

79 kWh und eine Reichweite von über 600 km

Die Sportversion verfügt nicht über einen kleinen Akku, der ausschließlich den Leistungsmerkmalen dient. Die Batterie hat eine nutzbare Kapazität von 79 kWh, und Volkswagen verspricht eine WLTP-Reichweite von bis zu 601 km.

Das ist vorerst ein prognostizierter Wert vor Abschluss der Homologierung. Ebenso vorläufig ist der angegebene Energieverbrauch von 14,5 kWh/100 km.

Die maximale DC-Ladestärke beträgt 183 kW. Laut Angaben des Herstellers sollte das Aufladen der Batterie von 10 auf 80 Prozent etwa 29 Minuten in Anspruch nehmen.

Auch der ID.3 GTI verfügt über die V2L-Funktion. Mit dem richtigen Adapter kann man vom Auto aus externe Geräte versorgen, beispielsweise Elektrofahrräder laden.

Der GTI soll sich vom normalen ID.3 durch mehr als nur die Leistung unterscheiden

Volkswagen beschränkte sich nicht auf die Änderung der Motorsoftware und das Anbringen roter Aufkleber. Der ID.3 GTI verfügt über ein separat abgestimmtes DCC-Adaptivfahrwerk, ein progressives Lenksystem sowie einen speziellen GTI-Modus.

Sobald er aktiviert wird, ändern sich die Antriebsreaktion, die Einstellungen des Lenksystems sowie die Eigenschaften der Federung. Gleichzeitig kann das Launch Control aktiviert werden, die Innenbeleuchtung wechselt in Rot, und die digitalen Uhranzeigen wechseln in den Sportmodus. Volkswagen entschied sich außerdem für einen elektronisch erzeugten Klang eines Verbrennungsmotors.

326 KM und Hinterradantrieb. So einen „Sportler“ hatte Volkswagen noch nicht! - Volkswagen ID.3 GTI 3

Der ID.3 GTI basiert bereits auf dem überarbeiteten ID.3 Neo. Er hat eine Länge von 4290 mm, eine Breite von 1809 mm, eine Höhe von 1560 mm sowie eine Radstandlänge von 2764 mm.

Volkswagen greift auf klassische GTI-Symbole zurück

Das Auto ist in der Tornado Red-Lackierung dargestellt, die von den alten Sportwagen von Volkswagen gut bekannt ist. Vorne ist ein charakteristischer roter Streifen zu sehen, der zwischen den Scheinwerfern verläuft, und die untere Lufteintrittsöffnung weist ein Bienenwabenmuster auf.

Die serienmäßigen 20-Zoll-Räder tragen den Namen Wörthersee – nach dem Ort, der über Jahre hinweg eines der wichtigsten Treffpunkte für GTI-Fans war. Dach und Heck des Fahrzeugs sind diesmal in der Farbe der Karosserie lackiert, während beim ID.3 GTX mehr schwarze Elemente verwendet wurden.

326 KM und Hinterradantrieb. So einen „Sportwagen“ hatte Volkswagen noch nie! - Volkswagen ID.3 GTI 2

Auch im Innenraum finden sich offensichtliche Anspielungen auf die Geschichte des GTI. Die Sportsitze verwenden eine neue Interpretation des karierten Musters, das vom ersten Golf GTI bekannt ist; am Lenkrad befindet sich ein roter Zeiger für die 12-Uhr-Position, und unterhalb davon ist eine beleuchtete Taste zum Aktivieren des GTI-Modus angebracht.

Auch normale Tasten kehren ins Innere zurück

Der ID.3 GTI nutzt die für den modernisierten ID.3 entwickelte neue Fahrzeugkabine. Der zentrale Multimedia-Bildschirm hat eine Größe von 12,9 Zoll, doch Volkswagen weicht teilweise davon ab, fast alles über den Touchscreen bedienen zu lassen.

326 KM und Hinterradantrieb. So einen „Sportler“ hatte Volkswagen noch nicht! - DB2026AU00808 medium

Unter dem Bildschirm erschien ein separates Bedienfeld für die Klimaanlage sowie die Notbeleuchtung. Auf der Mittelkonsole befand sich außerdem ein klassisches Drehregler zum Einstellen der Lautstärke und zum Wechseln der Titel.

Zu den verfügbaren Optionen gehören unter anderem ein Panoramadach, 360-Grad-Kameras, ein Head-Up-Display mit Erweiterter Realität, Lautsprecher von Harman Kardon sowie sportliche Sitze mit Memory-Funktion und Massageelementen.

GTI startet in die elektrische Ära

Der ID.3 wird nicht das einzige elektrische Volkswagen-Modell mit den drei Buchstaben GTI sein. Zuvor hatte die Marke bereits das kleinere ID. Polo GTI vorgestellt. Die Deutschen verzichten somit deutlich darauf, die Bezeichnung GTX als elektrischen Pendant zu ihren klassischen Sportversionen zu verwenden, und kehren zu einem weitaus erkennbareren Namen zurück.

326 KM und Hinterradantrieb. So einen „Sportwagen“ hatte Volkswagen noch nie! - DB2026AU00614 medium

Beim ID.3 ist die Veränderung besonders interessant, denn das Auto versucht nicht einfach, den Golf GTI elektrisch nachzubilden. Es verfügt über mehr Leistung, einen deutlich höheren Drehmoment und – zum ersten Mal in der Geschichte des GTI – Hinterradantrieb.

Der Verkauf in Europa beginnt im ersten Quartal 2027. Volkswagen hat den Preis noch nicht genannt. Und genau dieser könnte entscheidend sein, denn der ID.3 GTI muss nicht nur Kunden überzeugen, die nach einem schnellen Elektrofahrzeug suchen, sondern auch Fans einer der bekanntesten Sportmodelle in der Automobilindustrie.

326 KM und Hinterradantrieb. So einen „Sportwagen“ hatte Volkswagen noch nicht! - Bild 6

Der nächste Konkurrent des ID.3 GTI wird die CUPRA Born VZ sein, die technisch sehr eng mit Volkswagen verwandt ist. Sie verfügt über genau 326 KM und 545 Nm Drehmoment, Hinterradantrieb sowie eine Beschleunigung auf 100 km/h in 5,6 Sekunden. Zudem gibt es noch radikalere elektrische Hot Hatches als Konkurrenz, wie beispielsweise den MG4 XPower mit Allradantrieb. Etwas niedriger positioniert sind der Alpine A290 mit bis zu 220 KM Leistung oder der Abarth 600e. Der ID.3 GTI soll somit eine relativ enge, aber immer größer werdende Gruppe von sportlichen Elektrofahrzeugen ansprechen, die nicht nur auf geraden Strecken schnell sein sollen, sondern auch mehr Fahrspaß bieten.

Piotr Sobczyk