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Großer Winters test 2025: Tesla auf den Knien, Xiaomi greift an und Xpeng herrscht im Frost

Großer Winters test 2025: Tesla auf den Knien, Xiaomi greift an und Xpeng herrscht im Frost

Der Winter in Innermongolien macht keine Gefangenen. Der chinesische Service Autohome führte dort gerade den größten Test von Elektrofahrzeugen in der Geschichte durch. Die Größenordnung dieser Aktion war so enorm, dass sie den Organisatoren einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde einbrachte. Gleichzeitig fuhren bis zu 67 Autos auf Schnee und Eis. Die Bedingungen in Yakeshi waren extrem – die Temperaturanzeigen zeigten Werte zwischen -10 und sogar -25 Grad Celsius.

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Es handelte sich dabei nicht um eine Marketingaktion. Alles wurde überprüft, was Autofahrern von Elektrofahrzeugen im Winter Sorgen bereitet: die tatsächliche Reichweite, das für die Batterien zerstörerische Schnellladen sowie der Energieverbrauch bei eingeschaltetem Heizsystem. Wir haben vollständige Daten. Für einige bislang als Marktführer geltende Hersteller sind diese Ergebnisse schmerzhaft.

Reichweite: Wer erreicht das Ziel, und wer bleibt auf halbem Weg stehen?

Der wichtigste Punkt des Programms war der Reichweiten-Test. Hier kam es zu den größten Umwälzungen in der Markthierarchie. Die Prozedur war einfach: Die Autos voll aufladen, die Heizung auf angenehme Temperaturen einstellen und dann bei eisigem Frost weiterfahren, bis die Batterie leer ist.

Die Ergebnisse zeigen, dass chinesische Ingenieure ihre Lektionen im Bereich der thermischen Verwaltung gelernt haben. Sieger wurde das Xpeng P7 in der AWD-Version. Dieses Auto übertraf die Konkurrenz, indem es fast 54 Prozent seiner angegebenen Nennreichweite erreichte. Angesichts der optimistischen chinesischen CLTC-Norm sowie des extremen Frosts ist das ein hervorragendes Ergebnis. Auf dem zweiten Platz in Bezug auf die prozentuale Effizienz landete der luxuriöse Sedan Yangwang U7 (eine Marke von BYD), der insgesamt die längste Strecke zurücklegte – ganze 372,9 km.

Der größte Verlierer des Tests ist jedoch der Tesla Model Y. Der globale Bestseller in der AWD-Version belegte einen weit abgeschlagenen 31. Platz in der Tabelle und erreichte lediglich 35,2 Prozent der angegebenen Reichweite. Noch schlechter schnitt die Long-Range-Version ab. Das bedeutet, dass der Fahrer dieses Autos im Winter viel häufiger Pausen einlegen muss, als vom Hersteller vorgeschlagen. Interessanterweise verteidigte der Model 3 den Ruf der Marke, indem er auf dem hohen vierten Platz landete (48 Prozent Reichweitenbeibehaltung).

Tabelle 1: Reale Winterreichweite und prozentuale Effektivität

Rangliste

Modell

Winterreichweite [km]

Reichweitenbeibehaltung [%]

1

Xpeng P7

366,7

53,9%

2

Yangwang U7

372,9

51,8%

3

Zeekr 001

362,1

49,6%

4

Tesla Model 3

361,8

48,0%

5

Nissan N7

296,3

47,4%

6

BYD Seal 06

248,7

45,6%

7

Xpeng Mona M03

270

45,0%

8

Fang Cheng Bao 3

224,7

44,9%

9

Aito M7

282

44,4%

10

BYD Han L

263,9

43,9%

11

BYD Seagull

177,2

43,8%

12

Geely Galaxy E5

260,9

42,8%

13

MG4

225,8

42,6%

14

Xiaomi YU7

319

42,5%

15

BYD Sealion 06

253,1

41,8%

16

Geely Xingyuan

168,2

41,0%

17

Aito M8

254,1

40,7%

18

Nio ES8

257,9

40,6%

19

iCar V23

201,9

40,3%

20

Onvo L90

221

40,2%

21

Toyota bZ3X

243,8

40,0%

22

Leapmotor B01

260,2

40,0%

23

Deepal S05

242,5

39,1%

24

Wuling Bingo S

166,4

38,7%

25

Mercedes-Benz G Class PHEV

216

37,8%

26

Arcfox T1

160,8

37,8%

27

Mercedes-Benz CLA EV

320

37,0%

28

Li Auto i6

238

36,1%

29

Tesla Model Y L

270,9

36,1%

30

Changan Nevo A06

223,3

35,4%

31

Tesla Model Y

242,8

35,2%

32

Li Auto i8

250,3

34,8%

Besondere Aufmerksamkeit erregt der Li Auto i8. Das von dem Gründer des Autohome-Portals (Li Xianga) gegründete Fahrzeug belegte den letzten Platz in der Tabelle, da es nur 34,8% der angegebenen Reichweite erreichte. Das zeigt, dass selbst „inhouse“-Marken keine Vergünstigungen erhalten konnten.

Energieverbrauch: Die Physik lässt sich nicht betrügen

Ein weiterer Mythos, der in Yakeshi widerlegt wurde, ist die „Energieverschwendung“ aller Elektrofahrzeuge im Winter. Zwar steigt der Verbrauch drastisch, da die Beheizung des Fahrzeuginners bei -20 Grad eine enorme Energiekosten verursacht. Dennoch können leichte Fahrzeuge weiterhin sparsam sein.

Die kleinen Stadtautos hatten die Nase vorn. Der BYD Seagull verbrauchte lediglich 23,5 kWh pro 100 Kilometer – das ist eine hervorragende Leistung unter solch extremen Bedingungen. Direkt dahinter lag der Geely Xingyuan mit dem gleichen Ergebnis.

In dieser Kategorie zeigte der Tesla Model 3 erneut seine Klasse und belegte den 5. Platz in der Gesamtwertung (24,9 kWh/100 km). Das bestätigt, dass der Tesla-Sedan eine hervorragende Aerodynamik sowie einen effizienten Antrieb besitzt. Leider verbrauchte sein größeres Modell – der Model Y – bereits 10 kWh mehr pro 100 Kilometer (34,9 kWh/100 km), was ihn in die untere Hälfte der Rangliste brachte.

Am unteren Ende der Tabelle befanden sich große, kantige SUVs. Der Mercedes Klasse G in der Plug-in-Hybrid-Version verbrauchte astronomische 51,9 kWh/100 km. Dieses Ergebnis stellt die Sinnhaftigkeit der Elektrifizierung solcher Fahrzeuge in Frage, sofern sie in kalten Klimazonen eingesetzt werden sollen.

Tabelle 2: Energieverbrauch unter winterlichen Bedingungen

Rangliste

Modell

Energieverbrauch [kWh/100km]

1

BYD Seagull

23,5

2

Geely Xingyuan

23,5

3

BYD Seal 06

24,6

4

Wuling Bingo S

24,9

5

Tesla Model 3

24,9

6

Xpeng Mona M03

25,4

7

MG4

25,5

8

Nissan N7

26,4

9

Xpeng P7

26,9

10

Leapmotor B01

26,9

11

Changan Nevo A06

27,9

12

Zeekr 001

28,1

13

Geely Galaxy E5

28,6

14

Mercedes-Benz CLA EV

30,4

15

Toyota bZ3X

30,4

16

Deepal S05

30,4

17

Arcfox T1

31

18

BYD Han L

32,2

19

Fang Cheng Bao 3

33,7

20

Xiaomi YU7

33,7

21

Tesla Model Y

34,9

22

BYD Sealion 06

35,6

23

Aito M7

35,7

24

Tesla Model Y L

36,1

25

Onvo L90

37

26

Aito M8

38,9

27

Li Auto i8

39,2

28

Nio ES8

39,2

29

Yangwang U7

40,2

30

Li Auto i6

40,5

31

iCar V23

41,4

32

Mercedes-Benz G Class PHEV

51,9

Ladung: 800V macht den Unterschied

Der Winter ist der schlimmste Feind von Lithium-Ionen-Batterien. Die Chemie der Zellen verdichtet sich, der innere Widerstand steigt, und die Thermosysteme müssen eine enorme Arbeit leisten, um die Zellen auf eine Temperatur zu erhitzen, bei der sie sicherlich einen hohen Strom aufnehmen können. Autohome hat die Zeit gemessen, die für eine Aufladung im typischen Fahrtszenario benötigt wird: von 30 bis 80 Prozent.

Die Unterschiede sind schockierend. Die besten Autos benötigen dafür etwa 15 Minuten, die schwächsten mehr als 40 Minuten. Das ist der Unterschied zwischen einem schnellen Kaffee und einem langen Mittagessen an einer Tankstelle.

Unangefochten war der Avatr 06 – die Aufladung dauerte bei ihm lediglich 15 Minuten. Das zeigt den überwältigenden Vorteil moderner, chinesischer 800V-Plattformen gegenüber älteren Konstruktionen. Den zweiten und dritten Platz belegten jeweils der Changan Nevo A06 mit 16 Minuten und der Chery Fulwin A9L.

Die Tesla Model Y schnitt trotz ihrer fortschrittlichen Technologie und des eigenen Supercharger-Netzwerks (obwohl im Test vermutlich öffentliche Ladegeräte nach dem GB/T-Standard verwendet wurden) sehr schlecht ab. Die Ladezeit von 35–36 Minuten setzt sie an das Ende der Rangliste, neben Fahrzeugen wie dem Buick L7 oder dem Mercedes Klasse G.

Interessant ist der Vergleich mit dem Xiaomi YU7. Dieses Fahrzeug verfügt über einen riesigen Akku mit einer Kapazität von 101,7 kWh. Dennoch gelang es ihm, in 31 Minuten aufgeladen zu werden. Zum Vergleich benötigte die Tesla Model Y mit einem um mehr als 20 kWh geringeren Akku (78,4 kWh) genau 35 Minuten dafür. Das ist ein Beweis für die Effizienz des thermischen Management-Systems (Preconditioning), das vom auf dem Markt debütierenden Elektronikgiganten eingesetzt wird.

Tabelle 3: Zeit für ein Schnellladen auf 30–80 % im Frost

Rangliste

Modell

Akku-Kapazität [kWh]

Ladezeit [Minuten]

1

Avatr 06

45,06

15

2

Changan Nevo A06

63,18

16

3

Chery Fulwin A9L

33,68

16

4

Arcfox T1

42,3

17

5

Voyah Taishan

65

17

6

Zeekr 9X

70

18

7

Roewe M7 DMH

19,7

20

8

IM LS6

66

20

9

Leapmotor B01

67,1

21

10

Geely Galaxy E5

68,39

21

11

Geely Galaxy M9

41,46

21

12

IM LS9

66

21

13

Lynk & Co 900

52,38

22

14

Nissan N7

73

22

15

Denza N8L

46,9

22

16

Geely Xingyuan

40,16

22

17

BYD Han L

83,2

23

18

Li Auto L9

52,3

23

19

Onvo L90

85

24

20

Toyota bZ3X

67,92

26

21

Haval Raptor EV

35,43

26

22

iCar V23

80,16

26

23

Li Auto i6

87,3

26

24

MG4

53,9

26

25

Aito M7

100

26

26

XPeng P7

92,2

26

27

Zeekr 001

103

27

28

Aito M8

100

27

29

Xpeng Mona M03

62,2

27

30

Shangjie (Saic) H5

32,6

28

31

Nio ES8

102

28

32

Wuling Bingo S

41,9

29

33

BYD SeaLion 06

78,72

29

34

Li Auto i8

97,8

29

35

Deepal S05

68,82

29

36

Geely Galaxy A7

18,4

29

37

Aito M9

52

30

38

BYD Qin L

15,87

31

39

Xiaomi YU7

101,7

31

40

BYD Seal 06

38,88

34

41

BYD Seagull

38,88

34

42

Tesla Model Y

78,4

35

43

Tesla Model Y L

82

36

44

Tesla Model 3

78,4

36

45

Fang Cheng Bao 7

35,6

38

46

Buick L7

40,2

41

47

Yangwang U7

135,5

42

48

Mercedes-Benz G Class

122

43

Xiaomi gegen Tesla: Eine Wertänderung?

Alle schauten zu den Ingenieuren von Xiaomi. Ihr neuer SUV, das Modell YU7, trat in einen direkten Wettbewerb mit dem Tesla Model Y. Obwohl der Sedan SU7 nicht an den Tests teilnahm (was schade ist, denn ein Duell mit dem Model 3 wäre faszinierend gewesen), brachte der Vergleich der SUVs ein klares Urteil.

Der Neuling gewann dieses Rennen aufgrund der Punktzahl. Das Xiaomi YU7 hielt 42,5 Prozent der Reichweite bei (gegenüber 35,2 % beim Tesla Y). Zudem lud es sich um 4 Minuten schneller auf, obwohl es über einen deutlich größeren Akku verfügte (101,7 kWh gegenüber 78,4 kWh). Auch in der Kategorie Energieverbrauch lag Xiaomi leicht vor dem amerikanischen Konkurrenten (33,7 gegenüber 34,9 kWh/100 km).

Das ist ein Alarmzeichen für Elon Musk. Der chinesische Wettbewerb hat Tesla nicht nur in Bezug auf Software eingeholt, sondern beginnt nun auch im Bereich der Materialtechnik sowie der Energieverwaltung unter schwierigen Bedingungen, Tesla zu überholen.

Chinas größte Winterreichweitenprüfung [CN]

Was ist mit diesen Normen? Zusammenfassung der Ergebnisse

Beim Analysieren dieser Tabellen sollten Sie an die Besonderheiten der CLTC-Norm (China Light-Duty Vehicle Test Cycle) denken. Sie ist weitaus optimistischer als das in Europa verwendete WLTP und sicherlich noch optimistischer als die amerikanische EPA-Norm.

Falls ein Auto in der Tabelle 50 % seiner CLTC-Reichweite verliert, kann dieser Rückgang unter unseren Straßenbedingungen (wo wir von einem niedrigeren WLTP-Niveau ausgehen) in Wirklichkeit etwa 30–35 % betragen. Bei Autos aus dem unteren Bereich der Tabelle, wie dem Tesla Model Y oder dem Li Auto i8, bedeutet ein Verlust von über 60 % der CLTC-Reichweite, dass diese Fahrzeuge bei polnischem Frost die Hälfte ihrer tatsächlichen Sommerreichweite verlieren können. Das ist Physik, die man nicht mit einer OTA-Softwareaktualisierung betrügen kann – hier sind bessere Wärmepumpen und eine verbesserte Zellisolierung erforderlich.

Der Autohome-Test ist eine Quelle des Wissens. Er zeigt, dass chinesische Hersteller wie Xpeng, Avatr, Zeekr oder BYD die Technologie sehr schnell an schwierige klimatische Bedingungen anpassen. Tesla ist zwar im Model 3 weiterhin hervorragend, scheint beim Model Y jedoch einen technologischen Aufwertungsschritt (das Projekt „Juniper“) zu benötigen, der die Wärmeverwaltung in extremen Kältebedingungen verbessert.

Ist für Sie die Ladezeit im Winter (15 Minuten gegenüber 35 Minuten) ein entscheidender Faktor bei der Wahl eines Autos, oder verlassen Sie sich lieber auf ein dichtes Netz an Ladestationen? Teilen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren mit!

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Quelle: LovEV.pl