Ein Elektroauto verliert mehr an Wert. Das bedeutet noch nicht, dass es teurer ist.

Der Wertverlust eines Elektroautos ist zu einem der Hauptargumente gegen BEV geworden. Das Problem ist, dass allein der Wertverlust nur einen Teil der Gesamtkosten darstellt. Nach 5 Jahren und 100.000 km betragen die Unterschiede in den Kraftstoff- oder Energiekosten Zehntausende von Złoty und können das Endergebnis erheblich verändern.
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TCO – der einzige sinnvolle Ausgangspunkt
Wer Elektroautos und Verbrennungsfahrzeuge nur im Hinblick auf den Kaufpreis oder den Verkaufspreis vergleicht, sieht nur die halbe Wahrheit. In der Praxis ist das TCO entscheidend, also die Gesamtbetriebskosten, auf Polnisch „całkowity koszt posiadania samochodu“.
In der einfachsten Form sieht das so aus:
TCO = Kaufpreis – Verkaufswert + Kraftstoff/Energie + Wartung + Reparaturen + Reifen + Versicherung + weitere Kosten
Deshalb lautet die Antwort auf die Frage, ob ein Elektroauto teurer ist: Es kommt darauf an. Von der Fahrleistung, dem Kaufpreis, dem Verkaufspreis nach Jahren, der Ladeart und dem konkreten Modell. Ein Stadthatchback und ein großer Premium-SUV können völlig unterschiedliche Ergebnisse liefern.
Benzin gegen Strom. Hier wird es konkret
Nehmen wir folgendes Szenario: 5 Jahre Nutzung, 20.000 km pro Jahr, insgesamt 100.000 km.
Benzinauto:
7 l/100 km
Preis für Benzin:
7,00 zł/l
Jährlich ergibt sich das:
20.000 km x 7 l/100 km = 1400 l
1400 l x 7,00 zł = 9800 zł pro Jahr
Über 5 Jahre:
49.000 zł
Elektroauto:
18 kWh/100 km
Beim Laden ausschließlich zu Hause zu 1,21 zł/kWh ergibt sich:
20.000 km x 18 kWh/100 km = 3600 kWh pro Jahr
3600 x 1,21 zł = 4356 zł pro Jahr
Über 5 Jahre:
21.780 zł
Der Unterschied zum Benzin beträgt 27.220 zł. Das ist nicht mehr eine Kleinigkeit.
Drei Ladevarianten für EVs
Die Preise für öffentliche Ladungen können je nach Anbieter, Standort, Ladeleistung und Tarif stark variieren. Deshalb sollten wir 2,10 zł/kWh als Modellannahme für Berechnungen betrachten und nicht als die offensichtliche Marktrealität.
Ladevariante für EVs
Durchschnittlicher Energiekosten
Jährliche Kosten
Kosten über 5 Jahre
Einsparung gegenüber Benzin
100 % zu Hause
1,21 zł/kWh
4.356 zł
21.780 zł
27.220 zł
80 % zu Hause / 20 % öffentlich
1,388 zł/kWh
ca. 4.997 zł
ca. 24.986 zł
ca. 24.014 zł
50 % zu Hause / 50 % öffentlich
1,655 zł/kWh
ca. 5.958 zł
ca. 29.790 zł
ca. 19.210 zł
Hier ist die wichtigste praktische Erkenntnis zu sehen. Elektrofahrzeuge schneiden am besten ab, wenn man sie zu Hause häufig auflädt. Wenn man hauptsächlich an öffentlichen Ladestationen tankt, kann der Kostenvorteil zwar weiterhin deutlich sein, wird aber geringer.
Verlust des Wertes. Ja, Elektrofahrzeuge können mehr an Wert verlieren.
Eine Elektroauto kann heutzutage schneller an Wert verlieren als ein vergleichbares Benzinauto. Das ist kein Mythos. Man muss nur verstehen, woher das kommt.
Zum einen entwickelt sich die Technologie sehr schnell. Neuere Elektrofahrzeuge verfügen über größere Batterien, eine höhere Effizienz, schnelleres Laden sowie besser ausgearbeitete Bordsysteme. Ein Auto von vor 4–5 Jahren kann plötzlich älter aussehen als ein Verbrennungsfahrzeug desselben Baujahrs.
Zweitens können die Hersteller die Preise für neue Elektrofahrzeuge stark senken. Tesla hat diesen Mechanismus eindrucksvoll gezeigt, aber nicht nur sie. Wenn ein neues Auto um mehrere zehntausend oder hunderttausend Złoty billiger wird, spiegelt sich das auch auf gebrauchten Fahrzeugen wider.
Drittens muss man zwischen dem Katalogpreis und dem tatsächlichen Kaufpreis unterscheiden. Wenn jemand ein Elektrofahrzeug mit großem Rabatt kauft und anschließend die Wertminderung am Katalogpreis ausrechnet, ist das Ergebnis verzerrt. Bei der TCO-Zertifizierung zählt, was man tatsächlich bezahlt hat.
Dazu kommt noch die Batterie. Das ist der Faktor, der am stärksten die Einstellungen von Käufern gebrauchter Elektrofahrzeuge beeinflusst. In der Praxis sind wichtig: Garantie auf die Batterie, tatsächliche Alterung, SOH-Wert, Fahrleistung und Ladehistorie. Der Mythos, dass die Batterie nach 8 Jahren nur noch zum Wegwerfen geeignet ist, ist einfach falsch. Vor dem Kauf eines gebrauchten Elektrofahrzeugs macht jedoch eine Batteriediagnose Sinn. Genau wie bei Verbrennungsfahrzeugen ist auch hier eine gründliche Überprüfung des Motors und der Getriebe sinnvoll.

Ein einfaches Beispiel. Allein der Wertverlust gibt ein falsches Bild ab.
Nehmen wir folgenden Szenario an:
Simulation
Elektroauto:
Einkaufspreis 200 000 zł
Wert nach 5 Jahren 100 000 zł
Wertverlust 100 000 zł
Benzinauto:
Einkaufspreis 180 000 zł
Wert nach 5 Jahren 110 000 zł
Wertverlust 70 000 zł
Auf den ersten Blick hat das Benzinauto einen Vorteil von 30 000 zł. Und damit endet in der Regel der Online-Argumentation.
Doch wenn man Energie und Kraftstoff mit einbezieht, ändert sich das Bild:
Das Elektroauto spart über 5 Jahre zwischen 19 210 und 27 220 zł, je nach Ladeart.
Falls zu den bereits niedrigen Kosten für die laufende Wartung noch geringere Beträge hinzukommen, kann der Wertverlust von 30.000 zł erheblich ansteigen. Manchmal verschwindet er, manchmal nicht – das hängt vom jeweiligen Auto ab. Doch gerade deshalb reicht der Wertverlust allein nicht aus.
Break-Even-Punkt
Unter unseren Annahmen kann ein Elektroauto mehr an Wert verlieren durch:
27.220 zł bei ausschließlicher Ladung zu Hause,
etwa 24.014 zł bei einem Mix von 80/20,
etwa 19.210 zł bei einem Mix von 50/50,
und bleibt dennoch in Bezug auf die Kosten vergleichbar mit Benzin – selbst ohne Berücksichtigung möglicher Wartungseinsparungen.
Das ist die höchste Zahl in der gesamten Vergleichsstudie.
Wartung und Betrieb: Elektroautos sind nicht wartungsfrei, haben aber in der Regel weniger Fallstricke.
In einem Verbrennungsmotor können Kosten wie Motoröl, Filter, Zündkerzen, Nockenwelle, Kupplung, Doppelkupplungsgetriebe, Getriebe, DPF, EGR, AdBlue, Turbolader oder Auspuffanlage entstehen. Natürlich hat nicht jedes Auto all diese Komponenten, und nicht jedes verursacht die gleichen Probleme.
Auch Elektrofahrzeuge benötigen Wartung. Es bleiben der Innenraumfilter, Bremsflüssigkeit, Klimaanlage, Fahrwerk, Lenksystem, Reifen, Elektronik, die Batteriekühlung sowie die Antriebsbatterie selbst. Allerdings beschränkt das einfachere Antriebssystem in der Regel die Anzahl der teuren Komponenten, die typisch für Verbrennungsfahrzeuge sind.
Rekuperation und Bremsen
Durch Rekuperation kann der Verschleiß von Bremsscheiben und -belägen erheblich verringert werden. Doch nein, die Bremsen in Elektrofahrzeugen sind nicht ewig haltbar. Wenn das Auto wenig gefahren wird oder hauptsächlich in der Stadt unterwegs ist, kann das Problem manchmal nicht einmal der Verschleiß, sondern die Korrosion der Bremsscheiben sein.
Reifen. Hier kann das Elektrofahrzeug einen Teil des Vorteils ausnutzen.
Viele Elektroautos sind schwerer, haben einen hohen Drehmoment und große Räder. Das kann die Reifenkosten sowie deren Abnutzungsrate erhöhen. Es handelt sich dabei nicht um eine unumstößliche Regel für jedes Modell, doch bei SUVs und leistungsstarken Autos muss man dies ernst nehmen.
Versicherung
Haftpflicht- und Kfz-Haftpflichtversicherung können die Kalkulation erschweren. Es gibt keine Regel, wonach Elektroautos immer teurer oder günstiger versichert werden. Entscheidend sind der Wert des Autos, die Kosten für Ersatzteile, das Fahrerprofil, der Umfang der Kfz-Haftpflichtversicherung sowie die Richtlinien des jeweiligen Versicherers.

Wie sieht die tatsächliche Besitzkostenstruktur aus? Tesla Model 3 LR gegen Volkswagen Golf 1.5 TSI
Kosten über 5 Jahre
Tesla Model 3 Long Range
Volkswagen Golf 1.5 TSI
Fahrleistung
100 000 km
100 000 km
Energie / Kraftstoff
ca. 24 600 zł
ca. 70.800 zł
Wartung + Reifen
ca. 6.600 zł
ca. 15.600 zł
Versicherung
ca. 15.600 zł
ca. 13.800 zł
Abschreibung/ Wertverlust
ca. 55.200 zł
ca. 58.800 zł
Gesamtkosten des Besitzes
ca. 110.400 zł
ca. 159.000 zł
Durchschnittskosten pro Monat
ca. 1.840 zł
ca. 2.650 zł
Kosten pro km
ca. 1,10 zł
ca. 1,59 zł
Daten aus der TCO-Berechnung von CzymPojade. Die Werte wurden gerundet. TCO umfasst unter anderem Abschreibung, Energie/Kraftstoff, Versicherung, Wartung und Reifen. Es handelt sich um Beispiele konkreter Modelle, nicht um eine universelle Berechnung für alle Elektro- und Verbrennungsfahrzeuge.
Interessanterweise ist im Rahmen dieses spezifischen Vergleichs der Wertverlust nicht der größte Unterschied zwischen den Autos. Laut Berechnungen verliert die Tesla etwa 55,2 Tausend Złoty, während der Golf etwa 58,8 Tausend Złoty verliert. Die größten Unterschiede zeigen sich hingegen bei den Energie/Kraftstoffkosten sowie bei Wartung und Reifen.
Erster und zweiter Besitzer haben unterschiedliche Kosten
Das wird sehr oft übersehen. Wenn ein neues Elektroauto 200.000 Złoty kostet und nach einigen Jahren nur noch 100.000 Złoty wert ist, trägt der erste Besitzer den größten Teil des Wertverlusts.
Der zweite Besitzer tritt zu einem deutlich niedrigeren Einstiegspreis in das Spiel ein und profitiert weiterhin von potenziell geringeren Energiekosten sowie einer einfacheren Wartung. Genau deshalb zeigen die BEUC-Studien zum Gesamtbesitzkostenrahmen, dass das Bild je nach Segment und Markt nicht nur für den ersten, sondern auch für die folgenden Besitzer vorteilhaft sein kann. Das bedeutet nicht, dass jedes Gebrauchte EV eine Gelegenheit darstellt. Es bedeutet lediglich, dass der Wertverlust eines Besitzers zum Vorteil des nächsten werden kann.

3 Jahre, 5 Jahre, 8 Jahre. Die Fahrleistung spielt eine Rolle
Bei 3 Jahren sind der Kaufpreis und der Wertverlust am wichtigsten. Wenn der Hersteller gerade die Preise für neue EVs gesenkt hat, kann das den ersten Besitzer stark belasten.
Bei 5 Jahren spielen Kraftstoff oder Energie, Wartung und Fahrleistung immer größere Rollen. Genau hier zeigt sich der Vorteil des günstigeren Heimladens.
Bei 8 Jahren wird der Anteil der Kosten für Energie, Wartung und Reparaturen noch größer. Andererseits gewinnt der technische Zustand des jeweiligen Fahrzeugs an Bedeutung, einschließlich des Zustands der Batterie oder der Komponenten des Verbrennungsmotors.
10 000, 20 000 und 30 000 km pro Jahr
Auf unserem Modell nimmt der Unterschied in den Kosten für Energie und Kraftstoff mit zunehmendem Fahrleistung zu.
Für ein EV, das nur zu Hause aufgeladen wird:
Jährliches Fahrleistung
Kraftstoffkosten pro Jahr
Energiekosten für das EV pro Jahr
Jährlicher Unterschied
10 000 km
4900 zł
2178 zł
2722 zł
20 000 km
9800 zł
4356 zł
5444 zł
30 000 km
14 700 zł
6534 zł
8166 zł
Je höher die Laufleistung, desto schwieriger ist es, die Kraftstoffkosten zu ignorieren. Umso unsinniger wird es, die Rentabilität eines Autos allein anhand des Verkaufspreises zu beurteilen. Und das ist keine schwarze Magie – das kann jeder selbst anhand seines eigenen Beispiels ausrechnen.
Auch Verbrennungsfahrzeuge verlieren an Wert. Dieser hängt von der Laufleistung, dem Alter, der Wartungsgeschichte, der Anzahl der Besitzer, dem Erscheinen neuer Generationen, den Emissionsnormen sowie den sich ändernden Präferenzen der Kunden ab. Die Frage lautet eher: Wird ein gewöhnliches Benzinauto in 5–8 Jahren auf dem Gebrauchtwagenmarkt genauso attraktiv sein wie heute? Darauf gibt es keine eindeutige, ehrliche Antwort.
Fragen Sie nicht nur, wie viel an Wert das Auto verliert. Fragen Sie stattdessen, wie viel es Ihnen über die gesamte Nutzungsdauer wirklich kosten wird. Wie berechnen Sie bei sich das TCO – berücksichtigen Sie dabei hauptsächlich den Kaufpreis, die Raten, den Kraftstoff oder den Verkaufspreis?
Quellen:
IEA – International Energy Agency
IEA – Unterschied in den Gesamtbetriebskosten zwischen BEV- und ICE-Fahrzeugen
IEA – Globale Prognose für Elektrofahrzeuge 2026
IEA – Trends zur Erreichbarkeit von Elektrofahrzeugen
BEUC – Europäische Verbraucherorganisation
BEUC – Kosten von emissionsfreien Fahrzeugen in Europa
BEUC – Elektrofahrzeuge sind ein gutes Angebot für Verbraucher
Ayvens
Ayvens – Fahrzeugkostenindex 2026
Ayvens – Der Kostenunterschied zwischen einem Elektrofahrzeug und einem ICE-Fahrzeug
URE – Urząd Regulacji Energetyki
URE – Durchschnittlicher Strompreis für Haushalte
URE – Preise und Indikatoren