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Ratgeber

Du hast ein Elektroauto gekauft – was jetzt? Ein praktischer Leitfaden für den ersten Monat mit einem EV.

Du hast ein Elektroauto gekauft – was jetzt? Ein praktischer Leitfaden für den ersten Monat mit einem EV.

Du hast das Auto abgeholt, bist vom Händler losgefahren – und plötzlich stellte sich heraus, dass alles etwas anders funktioniert als bei einem Verbrennungsmotor. Es ist leiser, schneller, moderner – doch damit kommt auch eine leichte Verwirrung: Wo lädt man auf, was muss installiert werden, was sollte gekauft werden – und muss man wirklich auf all diese Prozentsätze achten?

Inhaltsverzeichnis

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Dieser Text existiert genau deshalb, damit du nicht alles durch Ausprobieren lernen musst. Ohne Theorien, ohne Diskussionen im Forum – stattdessen nur das, was in den ersten Wochen des Elektrofahrens wirklich nützlich ist.

Was man zum Start kaufen sollte

Das Wichtigste ist zunächst ein Type-2-Kabel. Einige Hersteller liefern es bereits mit dem Auto, andere sparen darauf. Wenn du keines im Kofferraum hast, ist es ein Muss – denn ohne es kannst du dich nicht an vielen öffentlichen Ladepunkten anschließen, insbesondere nicht in Städten, Hotels oder in der Nähe von Bürogebäuden.

Es ist ratsam, ein solides Kabel zu kaufen und nicht das billigste von im Internet. Suchen Sie nach einer dreiphasigen Variante, in der Regel mit 11 kW oder 22 kW Leistung sowie einer angemessenen Länge – meist 5–7 Meter. Das macht einen Unterschied, wenn man seitlich zum Ladepfosten steht oder die Steckdose im Auto auf der „falschen“ Seite ist.

Die zweite Sache betrifft das Laden zu Hause oder in der Garage. Wenn Sie die Möglichkeit haben, eignet sich eine Wallbox oder ein gutes mobiles Ladegerät EVSE, das an eine Starkstromsteckdose angeschlossen wird, am besten. Natürlich funktioniert auch eine gewöhnliche 230-V-Stromquelle, ist aber eher eine Notlösung oder für Personen, die nur kurze Strecken fahren.

Der Umstieg auf 11 kW bei einer dreiphasigen Installation verändert den Komfort erheblich. Das Auto hängt nicht mehr anderthalb Tage lang am Kabel, sondern lädt einfach über Nacht. Wenn Sie nicht sofort in eine Wallbox investieren möchten, ist ein solides mobiles Ladegerät oft eine vernünftigere Ausgangslösung, da Sie es auch auf Reisen mitnehmen können.

Drittens gibt es die RFID-Ladekarte. Ja, Apps sind wichtig, aber eine physische Karte kann immer noch helfen, wenn das Ladegerät mal Probleme macht, der Mobilfunkempfang schwach ist oder die App gerade beschließt, einen im Regen auszuloggen. In der Praxis erweisen sich Roaming-Karten, die viele Netzwerke unterstützen, als sehr nützlich.

Und noch ein kleiner Hinweis, den Sie schnell zu schätzen lernen werden: ein Mikrofaser-Tuch und ein Bildschirmreiniger. In vielen Elektronikläden kann man fast alles per Touch bedienen, wodurch der Bildschirm nach ein paar Tagen genauso aussieht wie nach einem Wochenende mit Kindern auf dem Tablet.

Was im Telefon installieren?

Zunächst PlugShare. Im Grunde handelt es sich um eine Karte mit Ladestationen, die Kommentare von Nutzern, Fotos sowie Informationen enthält – ob eine Station funktioniert, belegt ist oder man dort problemlos hinfahren kann. Die Serien-Navigation im Auto ist zwar gut, doch die Meinung einer Person, die bereits am Vortag dort geladen hat, ist oft wertvoller als der Marketingtext des Anbieters.

Die zweite App ist ABRP, also A Better Routeplanner. Wenn Sie eine längere Strecke planen, ist das ein hervorragendes Tool dafür. Sie geben den Fahrzeugtyp, den Akkustand sowie die Fahrbedingungen ein, und die App berechnet die notwendigen Ladepausen sowie den erwarteten Akkustand am Zielort.

ABRP ist keine Orakel-App, hilft aber sehr dabei, wie ein Elektrofahrer zu denken. Schnell werden Sie erkennen, dass es manchmal besser ist, zwei kürzere Ladevorgänge von 15 auf 60 Prozent durchzuführen, anstatt einen langen Vorgang bis zu 95 Prozent.

Fügen Sie dazu noch die Apps der Anbieter hinzu, von denen Sie tatsächlich Gebrauch machen können. Am besten erstellen Sie die Konten und verbinden Sie Ihre Kreditkarte bereits zu Hause – nicht am Ladegerät. GreenWay, Orlen Charge, Ionity, Powerdot – je schneller Sie das erledigen, desto weniger Stress haben Sie beim ersten weiteren Ausflug.

Falls Ihre Marke eine eigene App für das Auto hat, konfigurieren Sie diese ebenfalls sofort. Die Fernüberwachung des Akkustands, das Starten des Ladevorgangs, die Einstellung der Klimaanlage oder des Ladeplans sind kein Schnickschnack. Es handelt sich um Funktionen, die Sie bereits nach wenigen Tagen regelmäßig nutzen.

Auf was Sie achten müssen, um nicht verrückt zu werden

Zu Beginn sorgen vor allem die Akkuprozente sowie Internetratschläge wie „Lade nur so, niemals anders“ für Verwirrung. Beruhigen Sie sich – im Alltag funktioniert bei den meisten Fahrzeugen mit NMC-Akkus das 20-80-Prozent-Prinzip gut. Nicht, weil das Fahrzeug bei anderen Werten kaputtgeht, sondern weil dieser Bereich in der Regel für die Langlebigkeit der Zellen und den Gebrauchskomfort angemessen ist.

Ausnahmen bilden Fahrzeuge mit LFP-Akkus. Diese bevorzugen häufig ein Aufladen auf 100 Prozent, da dies bei der Kalibrierung der Anzeigen hilft und mit den Empfehlungen einiger Hersteller übereinstimmt. Wenn Sie nicht wissen, um welchen Akkutyp es sich handelt, überprüfen Sie dies in der Bedienungsanleitung oder in der Herstellerapplikation, anstatt zufälligen Beiträgen in Diskussionsgruppen zu vertrauen.

Zweite Sache: kW ist nicht kWh. kW steht für Leistung, also das Ladevermögen oder die Motorleistung. kWh hingegen steht für Energie, also die Kapazität der Batterie oder den Verbrauch. Wenn ein Auto mit 150 kW geladen wird, bedeutet das nicht, dass es eine Batterie mit 150 kWh hat. Das sind die Grundlagen, aber genau hier beginnt meist das Chaos.

Dritte Sache ist die Ladekurve. Auf dem Papier kann ein Auto 170 kW, 220 kW oder mehr haben, aber das bedeutet nicht, dass es diesen Wert während des gesamten Ladevorgangs beibehält. Die höchste Leistung tritt in der Regel nur für kurze Zeit auf und sinkt danach. Nach Erreichen von 80 Prozent ist der Rückgang oft deutlich, weil die Batterie sich vor Überlastung und zu hohen Temperaturen schützt.

Deshalb lohnt es sich auf der Reise oft nicht, bis zur vollen Ladung zu warten. Es ist besser, das Auto bei 60–80 Prozent wieder abzustöpseln und weiterzufahren, wenn eine weitere Ladesäule in Reichweite ist. Das ist einer jener Momente, in denen der EV-Fahrer nicht mehr in Kategorien wie „volle Tankfüllung“ denkt, sondern an die Reisedauer.

A noch zwei Dinge, die den Aktionsradius stark beeinflussen: der Winter und die Autobahn. Die Kälte erhöht den Energieverbrauch, weil sowohl die Fahrerkabine als auch der Akku beheizt werden müssen. Ein Tempolimit von 140 km/h verbraucht außerdem deutlich mehr Strom als 100–110 km/h. Das zeigt der Elektriker sehr ehrlich, ohne die Realität zu verschönern.

Neue Gewohnheiten – also eine Revolution im Kopf

Die wichtigste Veränderung ist banal, aber für viele Menschen schwierig: Denken Sie nicht an das Auto als Verbrennerfahrzeug. Denken Sie daran wie an ein Smartphone. Laden Sie nicht erst dann, wenn es unbedingt nötig ist, sondern immer dann, wenn Sie die Gelegenheit haben.

Ihre Heimkehr – Sie stecken den Stecker ein. Zwei Stunden stehen Sie am Schreibtisch und verbinden das Auto mit der Ladestation. Beim Einkaufen haben Sie einen freien Ladeplatz und nutzen ihn. Nach einem Monat stellt sich heraus, dass das „Aufladen“ keine separate Aufgabe mehr ist, die erledigt werden muss, sondern zum Alltag gehört.

Das ist genau der bequemste Teil des Fahrens mit einem Elektroauto – auch wenn es am Anfang schwer zu glauben ist. Anstatt extra zur Ladestation zu fahren, lässt man das Auto oft einfach dort, wo es ohnehin steht. Wenn man zu Hause oder bei der Arbeit laden kann, ist der Komfort in der Regel größer als bei einem Verbrennungsfahrzeug.

Die zweite neue Gewohnheit ist die Nutzung der Rekuperation. Das Auto gewinnt Energie beim Abbremsen, und in vielen Modellen kann man fast nur mit einem Pedal fahren. Nicht jedes Elektroauto macht das genauso gut, und nicht jedes ermöglicht es, ohne Bremsen auf null zu kommen – doch die Idee wird schnell zur Gewohnheit.

In der Praxis bedeutet das ein ruhigeres, flüssigeres Fahren. Man beginnt schnell, die Situation auf der Straße vorauszusehen und früher vom Gas zu gehen, anstatt bis zur Ampel zu fahren und im letzten Moment zu bremsen. Dadurch wird die Reichweite erhöht, die Passagiere profitieren und auch die Bremsbeläge werden geschont.

Die dritte Gewohnheit ist das Fernerwärmen oder -kühlen des Autos vor der Fahrt, wenn das Fahrzeug an ein Ladegerät angeschlossen ist. Im Winter steigt man in eine warme Kabine, im Sommer in eine kühle. Zudem stammt die Energie zur Vorbereitung des Autos aus dem Netz und nicht von der Antriebsbatterie, wodurch man beim Start keinen Akkustand verliert.

Falls das Auto eine Funktion zur Vorbereitung der Batterie vor einem schnellen Laden hat, lohnt es sich ebenfalls, diese zu nutzen. Eine vorgewärmte Batterie kann mehr Leistung aufnehmen als eine kalte, weshalb im Winter der Unterschied am DC-Ladegerät sehr groß sein kann. Das ist eine dieser Dinge, die man auf einem Werbeblatt nicht sieht, aber bereits bei der ersten längeren Fahrt spürt.

Nach einigen Wochen verschwinden die meisten Sorgen einfach. Es bleiben einige neue Gewohnheiten, etwas Wissen über das Aufladen sowie die Erkenntnis, dass Elektrofahrzeuge einen anderen, aber keineswegs schwierigeren Ansatz erfordern. Wie war es bei Ihnen nach dem ersten Monat mit einem EV – hat Sie am meisten die Bequemlichkeit beim Aufladen, die Rekuperation oder doch die Routenplanung überrascht?

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Quelle: LovEV.pl