Geely hat Festkörperbatterien mit einer Reichweite von über 1000 Kilometern angekündigt.

20. August 2026, 13:00
Serhij Iwanow – Kritiker bei autocentre.ua. Er spezialisiert sich auf die Berichterstattung über wichtige Ereignisse in der weltweiten Automobilindustrie sowie auf Rezensionen neuer Modelle. Er ist Experte für die Geschichte der Automobilherstellung und Autor zahlreicher Veröffentlichungen sowie Bücher zu diesem Thema.
Der chinesische Automobilkonzern Geely hat offiziell die Fertigstellung der ersten Entwicklungsphase sowie den Beginn der Feldtests der neuen Generation an Festkörperbatterien (solid-state batteries) bekannt gegeben. Diese seit Jahren erwartete Technologie ist nun für eine Pilotimplementierung bereit. Die ersten Testprototypen von Fahrzeugen mit diesen neuen Energiespeicherelementen werden bereits im nächsten Jahr auf öffentlichen Straßen eingesetzt.
Der wichtigste technische Vorteil der neuen Batterien von Geely liegt in der hohen Energiedichte, die beeindruckende 500 Wattstunden pro Kilogramm erreicht. Dank dieser Werte wird die Reichweite serienmäßiger Elektrofahrzeuge bei einer vollständigen Ladung über 1000 km liegen. Dadurch wird die Autonomie umweltfreundlicher Fahrzeuge vollständig auf das Niveau traditioneller Autos mit Dieselmotoren gebracht. Ebenso bedeutend ist die Lebensdauer der Batterieelemente, die bis zu 1 Million Kilometer beträgt. Eine solche Haltbarkeit beseitigt völlig die Bedenken der Käufer hinsichtlich einer schnellen Degradation und eines Rückgangs der Kapazität der Batterie im Laufe der Jahre.
Erst einmal erhalten die Premium-Modelle der Marken Zeekr, Lynk & Co, Volvo, Polestar, Lotus und Smart die neue technologische Architektur im Rahmen des Pilotprogramms. Genaue Termine für den Übergang zu einer großflächigen Serienproduktion sowie die Kosten für den Akkutausch werden von dem Unternehmen nach Abschluss der Reihe von Straßentests bekannt gegeben.
Hinweis „AC“
Der grundlegende Unterschied zwischen Festkörperakkus und den aktuellen gängigen Lithium-Ionen- oder Lithium-Eisen-Phosphat-(LFP)-Analogien besteht darin, dass auf flüssige oder gelartige Elektrolyte vollständig verzichtet wird und stattdessen eine feste Schicht (Keramik, Glas oder Polymere) verwendet wird.

Diese Lösung ermöglicht es, die Energiedichte pro Masse drastisch zu erhöhen, doch am wichtigsten ist, dass sie eine absolute Brandgefahr verhindert. Der herkömmliche flüssige Elektrolyt ist leicht entzündlich und führt bei mechanischen Schäden oder internen Kurzschlüssen zu einer thermischen Entladung sowie einem sofortigen Brand der Batterie, den es schwer zu löschen gilt. Die festkörperbasierte Schicht schließt das Risiko eines Selbstentzündens vollständig aus, verträgt höhere Stromstärken bei ultraschnellem Laden und funktioniert zuverlässig bei extrem niedrigen Temperaturen.
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