Teure Benzinpreise belasten die Geldbörse erneut. Es gibt günstigere Alternativen als den Kauf eines Elektroautos.

Wenn die Kraftstoffpreise steigen, kommt meist derselbe Rat wieder auf: Kaufen Sie ein Elektroauto. Das Problem ist, dass dies für viele Fahrer zwar eine gute Lösung ist – aber zum falschen Zeitpunkt. Denn wenn jemand bereits ein funktionstüchtiges Verbrennungsfahrzeug hat, ist der Ausgabe von 120.000 bis 180.000 Złoty für ein neues Elektroauto in der Regel keine „Rettung“, sondern nur eine weitere große Ausgabe.
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Doch es gibt eine deutlich günstigere Lösung, die für eine große Gruppe von Menschen einfach realistischer ist. Es geht um Elektrofahrräder, E-Scooter und leichte Einräder, die einen großen Teil der täglichen Fahrten übernehmen können, ohne monatlich mehrere hundert Złoty für Treibstoff ausgeben zu müssen.
Das Problem mit dem Rat „Kaufen Sie ein Elektroauto“
Von der Betriebskostenperspektive aus macht ein Elektroauto tatsächlich Sinn. Das Aufladen ist günstiger als Benzin, die Wartung in der Regel einfacher und die Fahrt in der Stadt kann deutlich weniger kosten als im Verbrennungsfahrzeug.
Aber diese Berechnung stößt an die Einstiegsschwelle. In Polen kosten die günstigsten neuen Elektroautos heute in der Regel etwa 70.000–100.000 Złoty, während Familienmodelle und alltagstauglichere Fahrzeuge schnell den Preis von über 130.000 Złoty erreichen oder sogar mehr. Die Zuschussprogramme sind bereits beendet, sodass man den Kauf ohne staatliche Unterstützung planen muss.
Für Fahrer, die ein 8- oder 10-jähriges Benzin- oder Dieselfahrzeug besitzen, lautet die Frage daher nicht: „Ist ein Elektroauto im Betrieb günstiger?“ Die Frage lautet vielmehr: „Kann ich mir heute den Austausch des Autos leisten?“ In vielen Haushaltsbudgets ist die Antwort offensichtlich.
Eine günstigere Alternative ist näher, als vielen Menschen scheint
Genau hier kommen Elektrofahrräder und E-Scooter ins Spiel. Der Kaufpreis ist unvergleichlich niedriger, und im Alltag können sie einen großen Teil der Strecken übernehmen, die wir heute aus Gewohnheit mit dem Auto zurücklegen.
Einen guten Elektrofahrrad für die Stadt und Fahrten zur Arbeit kann man heutzutage für 4.000–8.000 Złoty kaufen. Bessere Cargo- oder Trekking-Modelle sowie Modelle für regelmäßige Fahrten das ganze Jahr über kosten in der Regel 8.000–15.000 Złoty. Das ist immer noch nur ein Bruchteil des Preises eines neuen Elektroautos.
Falls jemand etwas Schnelleres benötigt, bietet der Markt auch Elektro-Scooter an. Angemessene Stadtmodelle beginnen in der Regel bei 10.000–15.000 Złoty, während leistungsstärkere Versionen für eine effizientere Fortbewegung auf Landstraßen 15.000–25.000 Złoty (oder mehr – manchmal ist der Himmel die Grenze) kosten können. Auch hier handelt es sich um Beträge, die deutlich niedriger sind als bei dem Kauf eines Autos.
Wo gehen das Geld wirklich verloren
Der größte Fehler vieler Fahrer besteht darin, nur den Kosten für „Betanken“ oder „Aufladen“ gegenüberzustellen. Dabei kostet ein Auto auch dann Geld, wenn es vor dem Wohnblock steht.
Zu den Kosten eines Autos gehören außerdem:
Versicherung
Wartung und Ersatzteile
Reifen
Parken (obwohl das in Polen noch nicht für Elektrofahrzeuge auf städtischen Parkplätzen gilt)
Wartungsarbeiten
Reparaturen nach Unfällen
Wertverlust
Beim Elektrofahrrad ist das Ausmaß dieser Ausgaben einfach nicht vergleichbar. Zwar müssen nach einigen Jahren Bremsscheiben, Kette, manchmal Reifen oder die Batterie ausgetauscht werden. Doch es handelt sich weiterhin um Kosten, die nicht an die Rechnungen erinnern, die man vom Besitz eines Autos kennt.
Dazu kommt noch die Energie. Das Aufladen der Batterie eines Elektrofahrrads kostet in der Regel nur wenige Zehncent, je nach Kapazität des Akkus und Tarif. Selbst bei täglichen Fahrten ist die monatliche Energiekosten sehr gering. Bei einem Elektroscooter sind die Kosten höher, liegen aber im Vergleich zu Benzin immer noch sehr niedrig.
Ein polnischer Fahrer muss nicht auf ein Auto verzichten, um Geld zu sparen
Das ist der wichtigste Teil des gesamten Puzzles. In der Praxis muss man das Auto nicht sofort verkaufen und ausschließlich auf zwei Räder umsteigen. Für viele Menschen ist das beste Modell einfach ein zweites, günstiges Transportmittel.
Das Auto bleibt für:
längere Fahrten
Familienausflüge
sehr schlechtes Wetter
Notsituationen
Das Elektrofahrrad oder der Roller übernimmt:
die Fahrt zur Arbeit
Einkäufe in der Umgebung
das Mitnehmen des Kindes zur Schule
Besuche im Fitnessstudio
schnelle Fahrten in der Stadt
Und genau dann beginnt die echte Einsparung. Wenn jemand den Autoverbrauch um mindestens 30-50 Prozent reduziert, sinken die Kraftstoffkosten sofort. Zudem verschleißt das Auto langsamer, muss seltener zum Mechaniker und legt weniger Kilometer zurück.
In polnischen Städten funktioniert das besser, als viele Menschen denken
In Warschau, Krakau, Breslau, Posen oder Danzig beträgt der Länge der täglichen Strecken in den meisten Fällen einige Kilometer. Das sind Distanzen, die geradezu ideal für ein Elektrofahrrad sind. Zudem ist dieses Verkehrsmittel in den Stoßzeiten oft schneller als das Auto, da es Staus und Parkprobleme umgeht.
Auch in kleineren Städten ist die Situation ähnlich. Wenn jemand 4–8 km von seiner Arbeit, einem Geschäft oder der Schule entfernt wohnt, ist das Elektrofahrrad einen großen Teil des Jahres eine echte Alternative zum Auto. Insbesondere, da moderne Modelle die Fahrt so effektiv unterstützen, dass man nicht völlig durchgeschwitzt am Arbeitsplatz ankommt.
In Polen bleiben Wetter und Infrastruktur Hindernisse, doch man sollte das nicht überbewerten. Wenn der Fahrer im Winter oder bei einem Schauer ins Auto zurückkehrt, kann er dennoch die meiste Zeit der restlichen Tage sparen. Es geht hier nicht um einen hundertprozentigen Ersatz des Autos durch ein Fahrrad – ein teilweiser Ersatz reicht aus.
Und was ist mit Regen, Winter und Sicherheit?
Das sind die häufigsten Gegenargumente, und einige davon sind völlig berechtigt. Nicht jede Strecke lässt sich bequem mit einem Elektrofahrrad zurücklegen. Nicht jeder Weg ist sicher. Auch nicht jeder hat die Möglichkeit, das Gerät zu lagern und aufzuladen.
Aber man sollte es praktisch betrachten. Wenn man 200 Tage im Jahr das Auto durch ein Elektrofahrrad oder einen Roller ersetzen kann, sind die Einsparungen dennoch groß. Ein regnerischer November macht die ganze Idee nicht zunichte.
Im Fall eines Elektro-Scooters besteht außerdem die Anforderung an einen Führerschein der entsprechenden Klasse, abhängig von der Fahrzeugklasse, sowie die Notwendigkeit, die Strecken vernünftig einzuschätzen. Diese Lösung eignet sich eher für Personen, die wissen, wie sie ihn nutzen werden. Ein Elektrofahrrad hingegen hat ein viel niedrigeres Einstiegsniveau und ist in der Stadt einfach vielseitiger.
Der interessanteste Szenario? Ein Mietwagen anstelle eines eigenen Autos
Es gibt noch ein Modell, das in Polen weiterhin unterschätzt wird. Wenn jemand ein Auto hauptsächlich gelegentlich benutzt, ist manchmal eine bessere Lösung ein Elektrofahrrad im Alltag und das Mieten eines Autos, wenn es wirklich benötigt wird.
Ein Wochenendausflug, ein Besuch bei der Familie, Urlaub oder größere Einkäufe im Baumarkt. In solchen Situationen kann man ein Auto mieten oder Carsharing nutzen, wo es noch verfügbar ist. Diese Lösung eignet sich nicht für jeden, ist aber in einer großen Stadt oft viel günstiger als die Unterhaltung eines eigenen Autos das ganze Jahr über.
Betrachten wir die Sache vernünftig. Schon einige Mietfahrten pro Jahr können weniger kosten als die obligatorische Versicherung, der Service und die grundlegenden Reparaturen eines Privatautos. Wenn das Auto den größten Teil der Woche stillsteht, werden die Kosten sehr interessant.
E-Auto – ja, aber nicht immer als erstes Schritt
Ein Elektroauto macht nach wie vor Sinn. Insbesondere dann, wenn jemand ohnehin ein Auto wechseln möchte, viel fährt und einen Ort zum Aufladen hat. In diesem Fall kann der Wechsel von Benzin- oder Dieselfahrzeug auf ein Elektroauto wirtschaftlich sehr sinnvoll sein.
Aber bei steigenden Kraftstoffpreisen ist für viele Haushalte ein deutlich besserer erster Schritt etwas Weitaus Günstigeres. Anstatt das ganze Auto zu wechseln, kann man die Art und Weise ändern, wie man einige tägliche Fahrten unternimmt.
Dabei gewinnt das Elektrofahrrad durch seine Einfachheit. Im Vergleich zum Auto kostet es wenig, lädt sich fast kostenlos auf, erfordert keine großen finanziellen Entscheidungen und kann die Besuche an der Tankstelle sehr schnell reduzieren. In vielen Fällen ist es heute genau das günstigste Mittel zur „Elektrifizierung“ der täglichen Fahrten.
In den polnischen Verhältnissen wird dieses Thema immer wieder auftauchen. Günstiger Kraftstoff wird nicht ewig vorhanden sein, neue Autos sind teuer, und die Städte belohnen zunehmend kleinere Transportmittel. Deshalb lautet die Frage nicht mehr nur „Soll ich ein Elektroauto kaufen?“, sondern auch „Wie viele meiner täglichen Strecken erfordern überhaupt ein Auto?“.
Und wie sieht es bei Ihnen aus? Wenn die Kraftstoffpreise wieder stark steigen würden, würden Sie sich für ein Elektroauto, ein E-Bike, einen E-Scooter entscheiden oder einfach beim Auto bleiben?